Eine solche Handgranate aus ursprünglich jugoslawischen Beständen hat den Täter als Tatwaffe gedient. Foto: dpa

Im Januar hat der Handgranatenwurf auf eine Asylunterkunft in Villingen-Schwenningen bundesweite Empörung ausgelöst. Inzwischen steht fest: Der Angriff galt dem Wachpersonal und nicht den Flüchtlingen. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen sechs Männer erhoben.

Villingen-Schwenningen - Der versuchte Mordanschlag auf eine Asylunterkunft in Villingen-Schwenningen kommt voraussichtlich vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft Konstanz hat Anklage gegen sechs Männer im Alter von 23 bis 38 Jahren erhoben. Drei der Beschuldigten sollen in der Nacht zum 29. Januar eine scharfe Handgranate auf das Gelände der Unterkunft im Stadtteil Villingen geworfen haben. Ein weiterer Beschuldigter war bei einem ersten, dann abgebrochenen Anlauf am Vorabend beteiligt.

Nach den Erkenntnissen der Ermittler galt der Anschlag allerdings nicht den Flüchtlingen, sondern dem Wachpersonal. Die Staatsanwaltschaft spricht von einer Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Sicherheitsunternehmen und schließt einen fremdenfeindlichen Hintergrund aus. Zwei der angeklagten Männer besitzen selbst ein solches Unternehmen und sollen die Tat beauftragt haben. Wann die Verhandlung vor dem Konstanzer Schwurgericht beginnt, ist noch offen.

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