Christian Doll (links) mit Peter Maffay, Hauptdarstellerin Sarah Laminger, Hendrikje Balsmeyer und Nadine Matzat, Direktor des Varietés in Hannover. Foto: C2/ Concerts

Ihre sechsjährige Tochter Anouk inspirierte Peter Maffay und seine Frau Hendrikje Balsmeyer zu Kinderbüchern. Dass ein Musical daraus geworden ist, das nun auf Deutschland-Tour geht, ist mit ein Verdienst des Stuttgarters Christian Doll.

Anouk will nicht schlafen gehen, lieber geht sie nachts in der Fantasie auf Reisen. Wenn das kleine Mädchen am nächsten Morgen ihren Eltern freudig erzählt, was sie im Piratenschiff erlebt hat, sagen die nur: „Das hast du alles nur geträumt!“ Stimmt das? Im Kindermusical der Maffays stimmt das natürlich nicht! Das geschehen sonderbare Dinge, die unter die Haut gehen.

 

30 Jahre nach „Tabaluga“ hat der 75-jährige Peter Maffay mit seiner 37-jährigen Frau Hendrikje Balsmeyer, einer früheren Lehrerin, das Kindermusical „Anouk“ geschrieben, das er als „moderner“ einstuft als die Geschichten vom kleinen grünen Drachen. Nach der Premiere am vergangenen Sonntag im GOP-Varieté-Theater in Hannover, bei dem Maffay sagte, er sei „einfach nur platt“, weil die Show so gut sei, reist die Inszenierung für viele Monate quer durch Deutschland.

Vorverkauf läuft „sehr gut“

Ein Stuttgarter produziert die Show und organisiert die Tour: Christian Doll, der Geschäftsführer von C2 Concerts, hat sich schon seit langem einen Namen mit Kindermusicals gemacht. Seit 15 Jahren führte er Stücke von Christian Berg auf, der 2022 überraschend gestorben ist. Über die Zusammenarbeit mit Peter Maffay freut sich Doll sehr, zumal der Vorverkauf schon jetzt die Erwartungen übertrifft. „Für die ersten Termine sind etwa 90 Prozent der Karten bereits weg“, sagt er.

Den Kontakt zu Peter Maffay hat der Berliner Veranstalter Peter Schwenkow vermittelt. „Vor einhalb Jahren lud er uns alle in sein Büro ein“, berichtet Christian Doll. Die Chemie stimmte. Der Sänger und seine Frau kamen danach immer wieder nach Stuttgart, um bei C2 Concerts alles zu besprechen. Als Regisseur engagierten die Autoren und der Produzent Georg Veit, der die Theaterfassung zusammen mit Hendrikje Balsmeyer geschrieben und das Bühnenbild entworfen hat. Geprobt wurde unter anderem in Stuttgart-Neugereut – ohne das Autorenpaar, das erst bei der Premiere in Hannover die fertige Inszenierung sah und hellauf begeistert war.

Peter Maffay bei seinem Auftritt im Juli auf dem Cannstatter Wasen mit Sängerin Anastacia. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

„Von der ersten Idee bis zur Premiere war es eine unglaubliche Reise“, sagte Christian Doll, „wir wollten die Magie der Bücher in einer musikalischen Inszenierung einfangen, die jung und alt gleichermaßen begeistert.“ Die Premiere habe gezeigt, dass „Anouk“ „Menschen jeden Alters berührt und in den Bann zieht“. Die Produktion sei nicht so groß wie einst „Tabulaga“, sie ziele auf Theaterhäuser und Veranstaltungsstätten mit 300 bis 1000 Zuschauerinnen und Zuschauern.

Tour ist bis ins Jahr 2027 geplant

Über 100 Termine der Tour in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Norditalien stehen bereits fest. „Wir haben bis ins Jahr 2027 geplant“, sagt Doll. Für jedes regulär verkaufte Ticket fließen 50 Euro an die Peter Maffay Stiftung, die traumatisierte und benachteiligte Kinder und Jugendliche unterstützt. Ein Termin in Stuttgart steht noch aus. Der C2-Chef verhandelt gerade mit dem Theaterhaus, wo er gern das Kindermusical der Maffays spielen würde.