Anne-Sophie Mutter Foto: dpa/Patrick Seeger

Um notleidenden Kollegen in der Corona-Krise zu helfen, würde Anne-Sophie Mutter gerne andere Saiten aufziehen und politisch aktiv werden. Die Situation, sagt sie, sei „absolut katastrophal“.

München - Die Geigerin Anne-Sophie Mutter würde nach eigener Aussage gerne ein politisches Amt übernehmen, um der notleidenden Kulturbranche zu helfen. „Vor Corona hätte ich das strikt abgelehnt“, sagte die in München lebende Musikerin am Mittwoch im Gespräch mit Klassik-Radio. „Jetzt während Corona würde ich geradezu mit größter Begeisterung ein politisches Amt annehmen wollen, damit ich mit meinem Insiderwissen der Kultur in einer ganz anderen Art und Weise helfen kann.“

Mutter empfindet die aktuelle Situation der Künstler in Deutschland als „absolut katastrophal“. In dem Interview äußerte sie ihr Unverständnis darüber, dass beispielsweise am Nockherberg in München Hunderte Gäste essen dürften, wenn dort aber ein Kabarettist auftrete, seien nur 200 Besucher zugelassen: „Die Logik erschließt sich mir überhaupt nicht, und daran gehen wir Künstler seelisch und auch finanziell zugrunde.“

Die 57-Jährige, deren für 2020 geplantes Stuttgarter Konzert gerade von der SKS Russ auf den 2. Mai 2021 verlegt wurde, plädierte dafür, die maximale Besucherzahl bei Kulturveranstaltungen von der Größe des Raumes abhängig zu machen. Man müsse zudem schnellstens darüber nachdenken, „wie wir Zehntausenden von Menschen, an denen ja weitere Berufe hängen, aus der Notsituation“ helfen. Es sei nicht sinnvoll, nur auf eine Impfung zu warten.

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