Mal ohne Sonnenbrille: Anna Wintour, die Chefredakteurin der US-amerikanischen Vogue. Foto: Invision/AP

Anna Wintour zeigt auf einer New Yorker Modenschau abermals, dass man als Chefin der amerikanischen Vogue nicht jedem Trend hinterherhecheln muss.

Stuttgart - Modekritiker lehnen sich ziemlich weit aus dem Fenster, weswegen sie im Allgemeinen nicht gut gelitten sind, selber misstrauisch beäugt werden und wahrscheinlich einmal einsam sterben. Das ist die Hoffnung all jener, die immer noch behaupten, wahre Schönheit komme von innen und Zehenschuhe seien echt schick.

Anna Wintour ist die Chefredakteurin der US-Ausgabe der „Vogue“ und damit Chefdompteuse im durchgeknallten Modezirkus. Ein schlecht gelaunter Satz von der 69-Jährigen – und das war’s mit der Designerkarriere. Bei den Schauen in Paris oder New York sitzt die gebürtige Londonerin mit der eisigen Aura stets in der ersten Reihe, was teure Klimaanlagen überflüssig macht.

Schüchtern oder gelangweilt?

Wie ein Maskottchen sieht sie immer gleich aus: Betonpagenschnitt, pfannengroße Sonnenbrille, knöchellange Kostüme und Kleider, die eine Vorliebe für japanische Tracht offenbaren. Das Einzige, was sich ändert, ist der Umfang ihrer sehnigen Oberarme, die mittlerweile dünner als eine zusammengerollte „Vogue“ sind. Wer seinen Stil über Jahrzehnte nicht ändert, ist entweder schüchtern, konservativ oder gelangweilt von den Modetrends. Eigentlich sympathisch.

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