Dürr-Vorstand Pekka Paasivaara scheidet zum Jahresende aus dem Führungsgremium aus. Foto: Dürr

Künftig besteht der Vorstand des Anlagenbauers aus Bietigheim-Bissingen nur noch aus drei Mitgliedern. Dürr-Vorstand Pekka Paasivaara, der gleichzeitig Chef der Holzbearbeitungstochter Homag ist, scheidet vorzeitig zum Jahresende aus dem Dürr-Vorstand aus.

Bietigheim-Bissingen - Künftig besteht der Vorstand des Anlagenbauers Dürr aus Bietigheim-Bissingen nur noch aus drei Mitgliedern. Dürr-Vorstand Pekka Paasivaara, der gleichzeitig Chef der Holzbearbeitungstochter Homag ist, scheidet vorzeitig zum Jahresende aus dem Vorstand aus. Die Ausdünnung des Vorstands geht auch mit einer Rochade der Aufgaben einher. Dürr-Chef Ralf Dieter verantwortet im Konzern künftig auch das Geschäft des Herstellers von Holzbearbeitungsmaschinen Homag in Schopfloch/Schwarzwald, also die Dürr-Sparte Woodworking Machinery and Systems. Dafür gibt er die Verantwortung für die Sparte Auswuchtanlagen und Diagnosetechnik (Measuring and Process Systems) jetzt an Finanzchef Dietmar Heinrich ab, der diese zusätzlich übernimmt.

Wie Dürr mitteilte, scheidet Dürr-Vorstandsmitglied Pekka Paasivaara – gleichzeitig auch Homag-Vorstandschef – zum 31. Dezember 2020 in „gegenseitigem, besten Einvernehmen“ aus dem Dürr-Vorstand aus. Er war erst Anfang 2019 als viertes Mitglied in den Dürr-Vorstand berufen worden. Paasivaara habe den Aufsichtsrat in der Vorwoche darüber informiert, dass er keine Verlängerung seines Ende 2021 auslaufenden Vertrages anstrebt, heißt es in der Mitteilung weiter.

Für viele kommt die Nachricht überraschend, doch offenbar handelt es sich nicht um ein Zerwürfnis. Üblicherweise werden neue Vorstände zunächst für drei Jahre berufen, wobei etwa ein Jahr vor Ablauf über die Vertragsverlängerung verhandelt wird. Paasivaara hat offenbar andere Pläne. Dürr-Aufsichtsratschef Gerhard Federer dankte Paasivaara in der Mitteilung nicht nur für „seine erfolgreiche Tätigkeit“, sondern wünschte ihm auch „beruflich und privat weiter viel Erfolg und alles Gute“. Federer weiter: „Er hat maßgeblichen Anteil an der Weiterentwicklung von Homag seit 2015.“

Homag macht 1,3 Milliarden Euro Umsatz

Paasivaara war im Juni 2015 als neuer Homag-Chef gekommen, um das Unternehmen neu auszurichten. Über seine Zukunft als Homag-Chef muss noch entschieden werden. Im September 2020 hatte Paasivaara Dürr-Chef Dieter, der auch Aufsichtsratschef bei Homag ist, mitgeteilt, dass er seinen Vertrag als Homag-Chef nicht verlängern wolle. Der läuft noch bis Mitte 2023.

Homag steuerte im vergangenen Jahr rund 1,3 Milliarden Euro zum Dürr-Konzernumsatz von 3,92 Milliarden Euro bei. Wie Dürr weiter mitteilt, besitze Homag als Markt- und Technologieführer großes Potenzial für profitables Wachstum, sowohl im Kerngeschäft mit Möbelherstellern als auch im Zukunftsmarkt Massivholz. Dürr-Chef Dieter werde die laufenden Optimierungsprojekte weiter konsequent fortsetzen.

Das Vorstandstrio des Dürr-Konzerns besteht nach der Verkleinerung künftig aus Ralf Dieter, Dietmar Heinrich und Jochen Weyrauch, der unverändert das Geschäft mit Lackieranlagen für die Autoindustrie, Robotertechnologien und Abluftreinigungsanlagen verantwortet.

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