Ob im Gebiet Egelsee auch wirklich ein Gewässer entsteht, ist offen. Foto: Simon Granville

Vor sieben Jahren hat die Stadt Tamm (Kreis Ludwigsburg) beschlossen, am Egelsee eine Parkanlage zu schaffen. Jetzt beginnen die Planungen dafür – trotz schwieriger Haushaltslage.

Die Entwürfe sehen beeindruckend aus. Ein See, in dem sich die Sonne spiegelt, und über den ein langer, hölzerner Steg führt. Eine Anlage direkt neben der S-Bahn-Haltestelle und gleichzeitig mitten im Grünen – ringsherum angelegte Wege, auf denen Menschen spazieren gehen können. Und ein Gebäude mit großer Glasfront, mit Tischen und Stühlen davor. So hätte man sich in Tamm im Jahr 2019 den neuen Bürgerpark am Egelsee vorstellen können. Der soll nun tatsächlich kommen – allerdings in ganz anderer Form.

 

„Das war eine wunderbare Planung“, erinnert sich der Tammer Bürgermeister Martin Bernhard. „Aber wir haben schnell gemerkt, dass das finanziell nicht realisierbar ist.“ Allein schon, das Grundwasser anzubohren, um so einen Natursee anlegen zu können, sei viel zu teuer. Trotzdem: Die Idee, in dem Gebiet zwischen dem alten Ortskern und dem Ortsteil Hohenstange eine Naturanlage zu errichten, ist geblieben – laut Bernhard geht sie sogar noch viel weiter zurück in die Vergangenheit. Und der Gemeinderatsbeschluss, den es dazu 2019 gab, ist weiterhin gültig.

Gemeinderat diskutiert über die Finanzen

Nun also wagt die Stadt einen neuen Anlauf. Das ist durchaus bemerkenswert, denn wie alle anderen Kommunen ist auch in Tamm die Haushaltslage angespannt. Deshalb würden in den Vorbereitungen in Gemeinderat und Ausschüssen auch intensiv über die Finanzen diskutiert, versichert Bernhard. „Aber wir können die Stadtentwicklung auch nicht komplett einstampfen“, sagt er. „Wir wollen mindestens mit den Planungen beginnen, damit das Projekt auch für Fördertöpfe infrage kommt.“

Nach der Freigabe des Gemeinderats Ende April soll es im Juni eine Bürgerbeteiligung geben, anschließend soll ein Wettbewerb für Architektenbüros ausgeschrieben werden. Auf die angespannte Haushaltslage solle Rücksicht genommen werden, finanzielle Vorgaben will die Stadt aber nicht machen. „Darunter würde die gestalterische Vielfalt leiden“, sagt Bürgermeister Bernhard. „Und genaue Kosten kennt man ja ohnehin nicht, bevor es eine Planung gibt.“

Ein paar Leitplanken werde es im Ausschreibungstext dennoch geben, die Streuobstwiesen auf dem Gelände etwa müssen bleiben. Ein Gewässer wäre schön, sei aber kein Muss, sagt Bernhard. Gleiches gilt für ein mögliches Gastroangebot: Grundsätzlich denkbar, aber nur, wenn es finanziell im Bereich des Möglichen liegt.

Tamms Bürgermeister Martin Bernhard. Foto: Stadt Tamm

„Der Bürgergarten soll weder eine kleine Landesgartenschau werden, noch wird er Menschenmassen aus der Region anlocken“, dämpft der Bürgermeister übertriebene Erwartungen an das Projekt. „Die Anlage soll eine kleine grüne Lunge für unsere Stadt und ein Treffpunkt für die Bürger sein.“

Anfang 2027 soll die Vergabe an eines der Architektenbüros aus dem Wettbewerb erfolgen, frühestens im Jahr darauf könnten dann erste Arbeiten beginnen. Martin Bernhard glaubt, dass die Bevölkerung den Park spätestens 2030 nutzen kann. „Ob das dann schon die endgültige Anlage ist oder nur einzelne Abschnitte, werden wir sehen.“