Die Kinder sollen von den Erzieherinnen zum Essen und Schlafen gezwungen worden sein. Foto: imago/blickwinkel/imago stock&people

Im vergangenen Juni wurde bekannt, dass drei Erzieherinnen einer Kita in Offenburg ihre Schützlinge misshandelt haben sollen. Die Staatsanwaltschaft hat nun Anklage erhoben.

Offenburg - Nach Misshandlungsvorwürfen in einer Kindertagesstätte in Offenburg hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen drei damalige Erzieherinnen erhoben. Die zur Tatzeit 26 bis 51 Jahre alten Frauen waren in der Einrichtung beschäftigt und sollen Kleinkinder zum Essen gezwungen haben, teilte die Ermittlungsbehörde am Freitag in Offenburg (Ortenaukreis) mit. Es handele sich um mindestens 26 Fälle von September 2017 bis Juni 2019. Die Kinder seien damals ein und zwei Jahre alt gewesen. Sie seien gezwungen worden, Ausgespucktes zu essen. Mund und Kiefer seien dabei von den Erzieherinnen gewaltsam auseinandergedrückt worden.

Die Fälle waren im vergangenen Juni bekannt geworden und hatten Ermittlungen ausgelöst. Zwei der Erzieherinnen sollen zudem mehrere Kinder über einen längeren Zeitraum in Reisebetten eingesperrt haben, um sie so zum Schlafen zu zwingen. Die Kinder seien dabei mit einer Matratze bedeckt worden, um Befreiungsversuche zu vereiteln.

Nehme das zuständige Amtsgericht Offenburg die Anklage an, könne es dort zum Prozess kommen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Den Erzieherinnen drohten im Fall einer Verurteilung Haftstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Angeklagt seien sie wegen Freiheitsberaubung und Misshandlung von Schutzbefohlenen. Mögliche Termine für Prozesse gibt es nach Angaben des Gerichts noch nicht.

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