Am Landgericht Oldenburg sind die Sicherheitsvorkehrungen vor Prozessbeginn intensiviert worden. Foto: dpa

Am Landgericht Oldenburg sind die Sicherheitsvorkehrungen vor Prozessbeginn intensiviert worden. Der angeklagte und bereits verurteilte Patientenpfleger könnte laut Ermittlern die größte Mordserie der deutschen Nachkriegsgeschichte begangen haben.

Oldenburg - Unter großem Medien- und Besucherinteresse hat am frühen Dienstagmorgen der Einlass für den Prozess gegen den bereits verurteilten Patientenmörder Niels Högel begonnen. „Wir haben vier Jahre für diesen Prozess gekämpft und erwarten, dass Högel wegen weiterer 100 Morde verurteilt wird“, sagte Christian Marbach, der Sprecher der Angehörigen, dessen Großvater von Högel getötet wurde. „Das Ziel ist, dass Högel so lange wie möglich in Haft bleibt.“

Vor dem Verhandlungsort, den Weser-Ems-Hallen in Oldenburg, fanden sich bereits zwei Stunden vor Beginn zahlreiche Journalisten und Besucher ein. Bis zum Beginn um 9 Uhr werden über 120 Nebenkläger erwartet. Im Saal sind rund 120 Plätze für Besucher und 80 für Journalisten reserviert. Es wurden starke Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

Angeklagter ist bereits verurteilt

Dem bereits 2015 zu lebenslanger Haft verurteilten Högel wirft die Staatsanwaltschaft Mord in 100 Fällen vor. Er soll seinen Opfern in den Kliniken Oldenburg und Delmenhorst von 2000 bis 2005 ein Medikament mit tödlichen Nebenwirkungen gespritzt haben. Dabei ging es dem Angeklagten den Angaben zufolge darum, bei den Patienten eine lebensbedrohliche Lage herbeizuführen, um Kollegen durch seine Fähigkeiten bei der Wiederbelebung zu beeindrucken. Aus Sicht der Ermittler könnte es die größte Mordserie der deutschen Nachkriegsgeschichte sein.

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