Marokko, Marrakesch: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kommt zur UN-Konferenz. Foto: BELGA

Der Pakt solle Leid und Chaos verhindern, sagt UN-Generalsekretär Guterres. Seit sich 2016 alle 193 UN-Mitgliedsstaaten auf die Ausarbeitung des Abkommens einigten, sind allerdings einige ausgeschert.

Marrakesch - 164 Länder haben in Marrakesch den Migrationspakt der Vereinten Nationen angenommen. Sie stimmten der Vereinbarung am Montag bei einer Zusammenkunft in Marrakesch per Akklamation zu. International denkende Politiker wollen mit dem Globalen Pakt für eine sichere, geordnete und reguläre Migration Menschen schützen, die durch Krieg, wirtschaftliche Not, Klimawandel und dergleichen vertrieben werden.

Mehrere westliche Staaten haben sich allerdings dagegen ausgesprochen, darunter Österreich, Polen, die Slowakei, Bulgarien, Ungarn und die USA. Gegner haben Angst vor einem Zustrom von Migranten und einem Verlust nationaler Souveränität. 2016 hatten noch alle 193 Mitgliedsstaaten der UN vereinbart, den Pakt vorzubereiten, und einer Erklärung zugestimmt, in der es hieß, dass kein Land die Migration alleine bewältigen könne.

Verteidiger des Pakts argumentieren: Geordnete Migration rettet Leben

Bundeskanzlerin Angela Merkel und UN-Generalsekretär António Guterres sind für die Migrationskonferenz nach Marokko gereist, auf der der Pakt angenommen wurde. Guterres nannte den Pakt zu Beginn der zweitägigen Konferenz einen „Plan zur Verhinderung von Leid und Chaos“, der für alle vorteilhaft sein solle. Mehr als 60 000 Migranten seien seit 2000 auf ihrer Reise gestorben, sagte er und bezeichnete dies als „Quelle kollektiver Schmach“.

Der Pakt werde es den UN nicht erlauben, Mitgliedsstaaten eine Migrationspolitik aufzuzwingen, sagte Guterres. Der Vertrag sei nicht bindend. Die meiste Migration finde nicht aus dem Süden in den „globalen Norden“ statt, sondern zwischen Ländern im Süden. Es sei nicht wahr, dass entwickelte Länder keine Migration bräuchten. Guterres äußerte die Hoffnung, dass die nicht in Marrakesch vertretenen Länder eines Tages dem Pakt beitreten würden.

Die Verteidiger des Pakts haben argumentiert, dass geordnete Migration Leben rette, reichen Ländern Arbeitskräfte beschere und armen Ländern Geldtransfers von Auswanderern. Die Unterzeichnung des Pakts steht noch aus.

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