Die Begegnung Merkels mit dem Flüchtlingsmädchen Reem hat für viel Aufsehen gesorgt. Foto: NDR

In zehn Jahren Amtszeit hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel einige denkwürdige und eindrückliche, aber auch lustige öffentliche Auftritte, die in Zeiten des Internet zwangsläufig unvergessen bleiben. Eine kleine Auswahl.

Stuttgart - Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete das Internet im Jahr 2013 zwar noch als Neuland, tatsächlich gibt es das weltweite Datennetz schon wesentlich länger, und entsprechend finden sich die interessantesten, bewegendsten, eindrücklichsten und auch lustigsten Momente aus Merkels Amtszeit auch als Videos im Internet. Eine kleine Zusammenfassung ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Einer der bemerkenswertesten Fernsehmomente mit Angela Merkel stammt aus einer Zeit, in der die Politikerin noch nicht Kanzlerin war und in dem sie auch gar nicht zu Wort kommt. Es handelt sich um die legendäre Elefantenrunde nach der Bundestagswahl 2005, in der der damalige Kanzler Gerhard Schröder noch felsenfest behauptete, dass mit „seiner SPD“ eine Kanzlerin Merkels keinesfalls möglich sei.

Seither ist Angela Merkel natürlich deutlich häufiger zu Wort gekommen und hat durchaus kluge und eindrückliche Dinge gesagt. Insbesondere in der aktuellen Debatte über die Asyl- und Flüchtlingspolitik hat sie anders als in vielen anderen Fragen mehrmals deutlich Stellung bezogen, zum Beispiel anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Bern an Merkel, als sie gefragt wurde, wie sie Europa gegen die angebliche Islamisierung schützen wolle.

Eindruck gemacht hat Merkel auch mit ihrer Stellungnahme, mit der sie die Kritik an der deutschen Flüchtlingspolitik zurückwies und sagte, wenn man sich nun in Zeiten der Not für ein freundliches Gesicht entschuldigen müsse, dann sei das nicht ihr Land.

Andere öffentliche Auftritte hingegen würde die Kanzlerin womöglich gerne wieder ungeschehen machen. Intensiv diskutiert und kritisiert worden ist zum Beispiel ihr Zusammentreffen mit der jungen Libanesin Reem Sahwil, die vor laufender Kamera das Schicksal ihrer von der Ausweisung bedrohten Familie schildert und schließlich in Tränen ausbricht. Zwar tröstete Merkel das Mädchen, zurück blieb jedoch der Eindruck der ehrlichen, aber eher empathiearmen Politikerin.

Ein bisher einmaliger Ausflug der Kanzlerin ins Internet der bewegten Bilder ist das Interview mit dem Youtubber LeFloid geblieben. Im Vorfeld viel beachtet und von den traditionellen Medien argwöhnisch beäugt, entpuppte sich die knappe halbe Stunde schließlich als durchaus interessante, aber letztlich eher harmlose Begegnung zweier Welten.

Ansonsten sammeln sich im Internet aber vor allem die lustigen Momente aus der Amtszeit von Angela Merkel. Eine schöne Zusammenfassung geben die Kollegen von „The Telegraph“. Dort ist auch die Szene enthalten, in der eine Servicekraft der Bundeskanzlerin mehrere Gläser Bier in den Nacken kippt.

Satiriker, Kabarettisten und Comedians lassen sich Gelegenheiten, sich über die Kanzlerin lustig zu machen, nur selten entgehen. Der Kabarettist Mathias Richling etwa hat neben vielen anderen Politikern und Personen des öffentlichen Lebens auch die Kanzlerin im Repertoire.

Auch der schwäbische Mundartkünstler Dodokay hat sich der Kanzlerin angenommen und eine ihrer Ansprachen zum Jahreswechsel synchronisiert, in der er sie ein schwäbisches Wort erklären lässt.

Die „heute Show“ des ZDF schließlich vermeinte im Jahr 2012, von Merkel während der Generaldebatte zum Bundeshaushalt 2013 den lustigsten Satz aller Zeiten vernommen zu haben und verlieh der Kanzlerin den Comedypreis 2012. Es ging um die damals noch schwarzgelbe Regierung von CDU und FDP, die bekanntlich 2013 endete, als die FDP bei der Bundestagswahl an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte.

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