Das Stadtmuseum bietet den Besuchern ab kommendem Jahr an, sich einen Picknickkorb für eine Pause im Freien befüllen zu lassen. Foto: Benjamin Stollenberg

Mit drei Ausstellungen sowie niederschwelligen Formaten will das Ludwigsburg Museum 2026 für alle etwas bieten. Auch ein Picknickkorb soll dabei helfen, die Besucher zu halten.

Das Ludwigsburg Museum will die Stadt ins Museum holen – und das Museum in die Stadt bringen. Unter diesem Motto steht das Ausstellungsjahr 2026. Dazu gibt es neben drei Ausstellungen einige Formate, die nicht klassisch in den Museumsräumen im MIK stattfinden.

 

Einer dieser Bausteine ist eine Open-Air-Ausstellung im Innenhof des Stadtmuseums. Gezeigt wird eine Fotoreportage unter dem Titel „Little America“. Die Bilder stammen vom Fotografen Jürgen Schadeberg, der durch seine Aufnahme von Nelson Mandela in dessen ehemaliger Gefängniszelle berühmt wurde.

Mitmach-Ausstellung zum Fehlermachen

Schadeberg fotografierte 1981 mehrere Tage lange in Pattonville, um das Leben der dort stationierten amerikanischen Soldatinnen und Soldaten zu dokumentieren. „Das erzählt viel über das Zusammenleben von Deutschen und Amerikanern“, meint die Leiterin des Museums, Alke Hollwedel, über die Ausstellung, die von 1. Juli bis 11. Oktober laufen wird.

Bereits angelaufen ist die neue Mitmach-Ausstellung „Die Fehlerfabrik“, die bis 12. April besucht werden kann. An interaktiven Stationen können vor allem Kinder erfahren, was beim Fehlermachen Unerwartetes und Lustiges passieren kann. „Das ist ein sehr aktuelles Thema. Fehlerakzeptanz ist etwas, was Kinder laufend begleitet“, sagt Hollwedel. Um an der Mitmach-Ausstellung teilzunehmen, muss zuvor online ein Zeitfenster gebucht werden.

Zeitzeugeninterviews mit Menschen der Karlshöhe

Die neue Hauptausstellung unter dem Motto „Respekt!“ dreht sich um die Menschen der Karlshöhe. Die diakonische Einrichtung feiert nächstes Jahr 150-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wird der Alltag in dieser „Stadt in der Stadt“ mit 2000 Arbeitern und Bewohnern vorgestellt.

Derzeit führen Museumsmitarbeiter Zeitzeugeninterviews mit den Menschen der Karlshöhe. „Das werden sehr bewegende Gespräche“, sagt Hollwedel. In der Ausstellung sollen sowohl die Geschichte der Diakonie präsentiert als auch viele offene Fragen gestellt werden.

In der Mitmach-Ausstellung „Flott, Flott!“ dreht sich alles um das Thema Bewegung. Foto: Studio Erika

Abgeschlossen wird das Jahr mit der Mitmach-Ausstellung „Flott, Flott!“ vom 17. Oktober bis 4. April 2027. Darin soll sich alles ums Thema Bewegung drehen: Warum der Mensch in Bewegung ist, was Geschwindigkeit bedeutet und warum Bewegung manchmal auch nur im Kopf passiert. „Wir rufen dazu auf, beweglich zu bleiben – sowohl im Kopf als auch mit den Beinen“, sagt Hollewedel.

Ausflüge zur Karlshöhe und zum jüdischen Friedhof

Neben diesen längerfristigen Ausstellungen bietet das Stadtmuseum wieder die monatliche Vortragsreihe „Stadtgeschichten“ an. Auch dabei soll das Motto, das Museum in die Stadt zu bringen, mit Leben gefüllt werden – indem Ausflüge unternommen werden. Unter anderem führt ein Ausflug am 10. Juni auf die Karlshöhe.

Weitere Höhepunkte: Anlässlich des 300-jährigen Bestehens der evangelischen Stadtkirche führt Dekan Michael Werner durch das Barockgebäude des italienischen Baumeisters Donato Giuseppe Frisoni (12. August), dazu gibt es einen Ausflug zum Alten Friedhof und zum angrenzenden jüdischen Friedhof, der normalerweise nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist (14. Oktober).

Besucherandrang auf konstant hohem Niveau

Ein weiterer Aspekt des „Museums in die Stadt“ ist, dass es nächstes Jahr ab Beginn der warmen Jahreszeit die Möglichkeit geben wird, sich einen Picknickkorb befüllen zu lassen. Damit können die Gäste dann zur Bärenwiese laufen und so eine Pause vom Museumsbesuch an der frischen Luft einlegen. „Wir wollen zum Verweilen einladen. Das Museum ist viel mehr als nur das Haus“, sagt Hollewedel.

Das Stadtmuseum zählt regelmäßig zwischen 25.000 und 30.000 Besucher pro Jahr. „Das ist für so ein kleines Stadtmuseum eine gute Frequenz und lastet uns aus“, meint Hollewedel. Auch für das noch laufende Jahr rechnet sie damit, dass dieses Niveau wieder erreicht wird.

Während die Leiterin nun das Programm fürs kommende Jahr vorstellte, läuft im Hintergrund bereits die Planung für 2027. Die Ausstellungen haben eine Vorlaufzeit von eineinhalb bis zwei Jahren.