Die Köngener „Maus-Clicker“ bieten kostenlose Beratungen zu sämtlichen Problemen rund um PC, Laptop oder Handy an. Die Ehrenamtlichen sind nicht vom Fach, sie haben sich ihr selbst erarbeitet.
Köngen - Wie kommt mein Impfnachweis aufs Handy? Wie kann ich online eine Fahrkarte kaufen? Wie richte ich eine Email-Adresse ein? Wie kann ich meine Fotos auf mein neues Handy übertragen? Auf all diese Fragen wissen Reinhard Jung, Manfred Bender, Uwe Fredrich, Reinhard Henkel und Florian Bemsel eine Antwort. Als „Maus-Clicker“ und „internette Helfer“ bieten die fünf Herren seit dem Sommer an jedem ersten und dritten Dienstag im Monat im Köngener Burgforum kostenlose Hilfe bei Problemen mit Computer, Laptop, Tablet oder Handy an.
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Reinhard Jung schildert eine ganz typische Erklärung, weshalb sich Hilfesuchende an die „Maus-Clicker“ wenden: „Meine Enkeltochter hat mir das schon mal gezeigt. Dabei hat sie zack-zack dreimal getippt und viermal gewischt. Für mich ging das viel zu schnell, und allein kriege ich es nun trotzdem nicht hin.“ Manfred Bender erzählt, dass sich die „Maus-Clicker“ extra viel Zeit für jeden Einzelnen nehmen: „Jedem wird individuell geholfen. Und wenn wir etwas fünfmal oder sechsmal erklären müssen, dann machen wir das. Und wenn jemand in zwei Wochen wiederkommt, erklären wir alles auch noch einmal.“
Jede Frage ist willkommen
Das kostenlose Angebot wendet sich ganz bewusst nicht nur an ältere Semester: „Wir sind für alle offen. Es gibt auch Menschen mit 40 Jahren, die sich mit der Digitalisierung schwer tun“, weiß Reinhard Jung. Sein „Maus-Clicker“-Kollege Uwe Fredrich ergänzt: „Die Technik schreitet rasant fort. Es kommt ständig Neues hinzu, wie jetzt zum Beispiel die Zwei-Faktor-Authentifizierung, die man fürs Online-Banking braucht. Da hat nicht jeder sofort den Durchblick.“ Wer ein neues Handy kaufen will, erhält von den „Maus-Clickern“ zwar keine Kaufempfehlung für ein bestimmtes Modell, aber einen wichtigen Tipp: „Mach dir klar, wofür du das Handy brauchst. Dann kannst du entscheiden. Und dann muss es für deine Zwecke vielleicht gar nicht das allerteuerste Gerät sein“, rät Reinhard Jung.
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Menschen aus Köngen und Umgebung sind mit jeder Frage aus der Welt des Digitalen willkommen. „Es gibt weder dumme noch blöde Fragen. Im Gegenteil: An der Frage hören wir, wo es hakt und wo es zusätzliche Informationen braucht“, hat Reinhard Jung beobachtet. Bei manchen Besuchern muss man ganz von vorne anfangen, andere brauchen Hilfe beim Verstehen von englischen Ausdrücken wie Cloud, Update oder App. Schmunzelnd erzählt Reinhard Jung von einem Ehepaar, das gemeinsam kam und sich beinahe in die Haare geriet, weil jeder glaubte, es besser zu wissen als der andere. „Die haben wir erst einmal getrennt. Jeder bekam seinen eigenen Mentor, und plötzlich funktionierte alles wunderbar.“
Die Stimmung in der Runde im Mehrzweckraum des Burgforums, den die Gemeinde Köngen zur Verfügung stellt, ist freundlich und locker. Hier wird jeder ermutigt und aufgebaut. Auf der Liste der Problemstellungen ganz oben stehen zurzeit der digitale Impfnachweis, das Navigieren mit Hilfe des Smartphones und der Kauf einer Fahr- oder Eintrittskarte. Dabei lassen die Mentoren die Hilfesuchenden grundsätzlich selbst auf dem Bildschirm tippen, wischen oder mit der Maus klicken: „Nur dann lernen sie, es selbst zu machen. Und dann kriegen sie das irgendwann auch zuhause alleine hin“, weiß Reinhard Jung. Jeder darf teilnehmen, bis er sich sicher fühlt. Und wenn ein neues Handy eingerichtet werden muss, wenn jemand die Bluetooth-Funktion erklärt haben möchte oder wenn irgendein neues Problem auftaucht, darf er jederzeit wiederkommen.
Hinweise auf üble Machenschaften
Die fünf Mentoren sind nicht vom Fach. Ihr Wissen und Können haben sie sich selbst erarbeitet und sich übers Internet und durch die Lektüre von Fachzeitschriften weitergebildet. Und sie tauschen sich untereinander aus: „Wenn der eine etwas nicht weiß, dann weiß es der andere“, betont Manfred Bender.
Neben der technischen Unterstützung liegt den ehrenamtlich tätigen „Maus-Clickern“ auch die Aufklärung am Herzen. Öffentliche Vorträge zu einzelnen Themen sind in Vorbereitung, und regelmäßig machen sie die Besucher auf üble Machenschaften aufmerksam: „Die Anrufe von Telefon-Betrügern nehmen zu, und immer wieder fallen Menschen darauf herein, wenn jemand vorgibt, im Namen der Bank, von Microsoft oder von Facebook anzurufen“, weiß Reinhard Jung und warnt: „Geben Sie niemals am Telefon oder per Email wichtige persönliche Daten, PIN-Nummern oder Zugangsdaten preis.“
Pragmatisches Codewort
Passwort
Häufig werden die „Maus-Clicker“ danach gefragt, wie ein sicheres Passwort für Handy und Co. aussehen muss: „Natürlich ist dabei eine Mischung aus Groß- und Kleinbuchstaben, Sonderzeichen und Zahlen das Beste, aber das muss man sich auch merken können“, gibt Manfred Bender zu bedenken. Deshalb raten die Helfer zu einem pragmatischen Codewort: „Ein Begriff aus Ihrem Lieblingslied, eine Märchenfigur oder die Namen Ihrer Enkelkinder. Das kann man auch in einer stressigen Notfallsituation abrufen. Und schreiben Sie sich das Passwort auf und deponieren Sie es zuhause“, rät Reinhard Jung.
Treffen
Die Beratung durch die „Maus-Clicker“ findet an jedem ersten und dritten Dienstag im Monat von 14.15 bis 17 Uhr im Burgforum Köngen (Burgweg 42) im Mehrzweckraum 1 statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme für Hilfesuchende aus Köngen und Umgebung ist kostenlos. Weitere Infos gibt es per Email unter koemausclicker@web.de oder telefonisch unter der Nummer 01 62/7 61 63 92.