Walter Rogg, Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft der Region Stuttgart, will Firmen in der Corona-Pandemie helfen. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Die Betriebe in der Region Stuttgart, die wegen der Corona-Pandemie Zulieferer und Kunden verlieren, können auf einer Online-Plattform der Wirtschaftsfördergesellschaft der Region neue Partner finden. Dieses Angebot wird auch von der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten unterstützt.

Stuttgart - Eine Firma aus Pleidelsheim (Kreis Ludwigsburg) bietet die Produktion von Alu-Profilen an, ein Betrieb aus Plochingen (Kreis Esslingen) sucht im 3-D-Druck gefertigte Bauteile – mehr als zwei Dutzend solcher Angebote und Gesuche sind auf der in diesen Tagen gestarteten, regionalen Online-Kooperationsbörse bereits hinterlegt. Die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart (WRS) will so Unternehmen zusammenbringen, die Produkte und Dienstleistungen anbieten oder suchen, für die wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie die gewohnten Abnehmer oder Lieferanten fehlen. „Wir stärken so die regionalen Lieferketten“ sagt WRS-Geschäftsführer Walter Rogg.

Unterstützung von Kammern, der Messe und unserer Zeitung

Unterstützt wird die Kooperationsbörse b2b.region-stuttgart.de von der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart (IHK), der Handwerkskammer Region Stuttgart (HWK), der Messe Stuttgart, der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten. Auf der Internet-Pinnwand können Unternehmen mögliche Leistungsangebote posten, gleichzeitig aber auch nach Unterstützungen und Erleichterungen ihrer Arbeit suchen.

Herbert Dachs, der Geschäftsführer der Medienholding Süd GmbH, sagt über das gemeinsame Projekt: „Der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten ist es eine Herzensangelegenheit, den Unternehmen, unseren Partnern, in der Region in dieser ausnahmslosen Krise die größtmögliche Unterstützung zu geben. Unsere Mediengruppe erzielt in diesen Tagen historisch große Reichweiten in und über die Region Stuttgart hinaus, die wir in dieser Kooperation einsetzen, um auf die neu geschaffene Plattform der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH aufmerksam zu machen. Wir sind bereit, unseren Beitrag zu leisten, den Unternehmern und Unternehmerinnen schnell den Nutzen der Plattform zu vermitteln, damit die Wirtschaftsregion Stuttgart als eine der strukturstärksten Wirtschaftsregionen Europas nach der Krise schnell zu alter Stärke zurückfindet.“

Viele Handelspartner im Ausland

Rogg weist auf die enge Verflechtung der heimischen Wirtschaft mit dem Ausland hin. Viele Firmen hätten Abnehmer oder Lieferanten, die Produkte oder Dienstleistungen nicht mehr benötigten oder nicht mehr herstellen könnten – etwa in Norditalien und in Frankreich. „Um die Corona-Pandemie möglichst unbeschadet durchzustehen und für die kommende Phase der wiederanlaufenden Wirtschaft optimal gerüstet zu sein, ist für die Unternehmen Austausch und solidarische Unterstützung untereinander enorm wichtig“, sagt der WRS-Geschäftsführer. Diesem Ziel diene die Plattform. „Dort können Unternehmen gezielt nach Produkten, Dienstleistungen und Ressourcen suchen, die sie aufgrund von Corona nicht mehr auf herkömmlichen Wegen erhalten, aber auch auf überschüssige Materialien, freie Maschinenkapazitäten und andere Unterstützungsangebote aufmerksam machen“, so Rogg. Je mehr Unternehmen auf der Internetseite aktiv seien, „desto effektiver stärkt sie die regionalen Lieferketten.“

Regionale Lieferketten sollen gestärkt werden

Auch IHK-Hauptgeschäftsführer Johannes Schmalzl hat die Erfahrung gemacht, dass „fast täglich auf uns Unternehmen zukommen, die Ideen zu neuen Produkten und Dienstleistungen haben oder nach neuen Partnern oder Lieferanten suchen“. So etwas gelinge selten alleine. Daher sei die Plattform b2b.region-stuttgart.de ein wichtiges Tool in dieser Zeit. Für Thomas Hoefling, den Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart, ist in dieser Zeit entscheidend, „dass die Wirtschaftskräfte der Region Stuttgart als starke Partner gemeinsam in die Zukunft gehen.“ Das Vermittlungsangebot für Unternehmer sei ein Schritt in die richtige Richtung. Und Stefan Lohnert, der Geschäftsführer der Messe Stuttgart, sagt: „Gerne sind wir dabei, diesen zunächst regionalen Gedanken in konkrete Aktionen münden zu lassen. Wir hoffen und wünschen, dass sich viele Mitmacher finden, mittelfristig auch über den aktuellen, eindeutigen ‚Notbedarf‘ hinaus.“

Die Kooperationsbörse von WRS, IHK, HWK, Messe Stuttgart, Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten ist hier zu finden. Außerdem bietet die WRS hier weitere Informationen, darunter auch einen „Regionauten“, der Fragen beantwortet, und eine Auflistung der Unterstützungsmaßnahmen.

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