In Riedenberg hat sich eine Foodsharing-Gruppe gegründet, die auch schon ausrangiertes Gemüse verkocht hat. Foto: Caroline Holowiecki

Studenten der Universität Hohenheim wollen mit einer Themenwoche erreichen, dass sich mehr Menschen mit Nachhaltigkeit beschäftigen. Auf die Teilnehmer warten Vorträge, Exkursionen, Partys und Diskussionen.

Hohenheim - Ausrangierte Lebensmittel verwenden und gemeinsam mit Freunden kochen oder alte T-Shirts mit pflanzlicher Farbe aufhübschen – eine Gruppe Hohenheimer Studenten ist sich sicher: Nachhaltigkeit macht Spaß. „Das Thema verbindet einfach, und man hat gemeinsam das Gefühl, etwas bewegen zu können“, sagt Anna Struth. Sie ist eine der Organisatoren der ersten Nachhaltigkeitswoche an der Uni Hohenheim. Mit diesem Projekt wollen rund 30 Studenten das Thema Nachhaltigkeit für alle greifbar machen.

An der Uni Hohenheim gibt es zahlreiche studentische Gruppen, die sich in verschiedenen Formen mit nachhaltigen Themen beschäftigen. Seit vergangenem Jahr gibt es einen extra Arbeitskreis, der diese Gruppen bündelt, sie unterstützt und vernetzt: der Arbeitskreis Nachhaltigkeit, kurz AKN. „Für die vielen kleinen Gruppen ist es natürlich schwierig, etwas Großes zu planen“, sagt Anna Struth. Gemeinsam sei das aber möglich. Und so war die mehr oder weniger erste Amtshandlung des AKN die Planung der Nachhaltigkeitswoche, die vom 13. bis 18. Mai rund um die Uni und im Stadtgebiet zahlreiche Besucher anlocken soll – und aller Voraussicht nach auch wird: „Die ersten Workshops sind schon ausgebucht, und auf die Ankündigung bei Facebook haben wir 25 000 Reaktionen bekommen“, sagt Struth, „wir hätten nie gedacht, dass das so groß wird“.

„Nachhaltigkeit lässt sich heutzutage nicht mehr ignorieren“

Vorträge, Diskussionen, Partys, Exkursionen – das Wochenprogramm ist vielfältig, denn „für jeden bedeutet Nachhaltigkeit etwas anderes“, sagt Ernesto Lunar Koch vom AKN. Los geht es am Montag – ganz klassisch für eine Uni – mit Vorträgen zum Thema Nachhaltigkeit. Ein kleines Highlight folgt am Dienstagabend mit der Kleidertauschparty, und am Mittwoch steht die „Schnippeldisco“ auf dem Programm.

Dabei werden in gemütlichem Beisammensein regionale Lebensmittel gekocht und gegessen. „Wir wollen zeigen, dass Nachhaltigkeit nicht bedeutet, dass man nichts mehr darf“, sagt Ernesto Lunar Koch, „im Gegenteil: Man darf sogar richtig viel“. So gibt es bei den Partys, die in der Woche anstehen, regionales Bier, regionalen Schnaps und Apfelsaft aus Äpfeln vom Unicampus. „Nachhaltigkeit lässt sich heutzutage einfach nicht mehr ignorieren“, sagt Johanna Biegelmaier aus dem AKN, „Weil wir für uns und die künftigen Generationen eine lebenswerte Umwelt wollen.“

Die ältere Generation erreicht man schwerer

Mit der Nachhaltigkeitswoche sollen nicht nur Studenten auf das Thema aufmerksam werden. Die hätten teils sowieso ein Gespür für Umweltschutz und Nachhaltigkeit – das ist zumindest der Eindruck von Ernesto Lunar Koch: „Ich glaube, es ist schwieriger, die Generation meiner Eltern zu erreichen als meine eigene“, sagt der 23-Jährige, „weil die wirklich umdenken müssten, während für die junge Generation der Klimawandel und all diese Themen schon immer allgegenwärtig waren“.

Die Organisatoren sind zuversichtlich, dass die Aktion viele Menschen erreicht: Werbeplakate hängen in der ganzen Stadt, grüne Organisationen anderer Unis haben das Event in den sozialen Medien geteilt. Und wer sich bisher keine Gedanken über Nachhaltigkeit gemacht hat, kommt laut Ernesto Lunar Koch nicht mehr lange drumherum: „Wenn man eine ganze Woche lang damit bombardiert wird, muss man sich irgendwann damit auseinandersetzen“, sagt er, „und wenn sich dadurch nur ein paar Leute Gedanken machen, haben wir schon gewonnen“.

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