Das Deutsche Aortenzentrum am Klinikum Stuttgart hat sich auf moderne minimalinvasive Verfahren spezialisiert. Mit über 500 Eingriffen an der gesamten Hauptschlagader im Jahr zählt es deutschlandweit zu den führenden Zentren.
„Ich hatte Schmerzen im Bein und dachte an einen Muskelfaserriss. Der Hausarzt hat mich aber mit Verdacht auf Thrombose und der Gefahr einer Lungenembolie gleich nach Öhringen ins Krankenhaus geschickt“, erzählt Karl-Heinz Herrmann. Eine Lungenembolie hatte der 75-Jährige glücklicherweise nicht. Doch die Ärzte im Hohenloher Krankenhaus entdeckten eine Aussackung der Aorta und überwiesen ihn ins Diakonie-Klinikum in Schwäbisch-Hall. Dort ergaben die Untersuchungen bei ihm ein großes Aneurysma im Aortenbogen.
Gefährliche Erweiterung der Hauptschlagader
Die krankhafte ballonartige Erweiterung kann, wenn sie reißt, lebensbedrohliche Blutungen verursachen – vor allem, wenn sie groß ist oder wächst. Bei einem sechs Zentimeter großen Aneurysma, wie bei Karl-Heinz Herrmann, war die Gefahr, dass es zu einer lebensgefährlichen Blutung kommt, groß. „In kürzester Zeit war ich nicht mehr gesund, sondern schwerkrank“, erinnert er sich. Nur in wenigen Zentren in Deutschland können solche komplizierten Aneurysmen erfolgreich behandelt werden. Der Patient: „Ich war deshalb sehr froh als ich erfahren habe, dass es ein solches Aortenzentrum am Klinikum Stuttgart gibt.“
Passgenaue Behandlung für Patienten im Klinikum Stuttgart
Die Diagnostik von Aortenerkrankungen erfolgt im Deutschen Aortenzentrum am Klinikum Stuttgart in einem perfekt abgestimmten multidisziplinären Team. Dank der engen Zusammenarbeit der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskulären Chirurgie, der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie, Kardiologie und Herzchirurgie, erhält jeder Patient die passgenaue, auf ihn abgestimmte Behandlung, in dem hierfür eigens gegründeten Aortenzentrum am Klinikum Stuttgart.
„Bei Herrn Herrmann war das Aneurysma im Aortenbogen an einer sehr kritischen Stelle, genau dort , wo die Gefäße zum Gehirn und den Armen abgehen. Ein normaler Stent hätte diese Abgänge verschlossen, konnte also nicht eingesetzt werden“, sagt Professor Philipp Geisbüsch, Ärztlicher Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie, Endovaskuläre Chirurgie und Transplantationschirurgie und Leiter des Deutschen Aortenzentrums Stuttgart.
Dank der guten Kooperation mit Herzchirurg Doktor Vladimir Voth hatte der Patient bei der Behandlungsmethode dann sogar die Wahl zwischen einer großen, konventionellen Operation mit Herz- Lungenmaschine oder einem minimalinvasiven Eingriff gehabt. Und Karl-Heinz Herrmann hatte bereits im ersten Gespräch mit Professor Philipp Geisbüsch das Gefühl im Aortenzentrum des Klinikums Stuttgart in guten Händen zu sein: „Ich habe Mut geschöpft und die Zuversicht bekommen, wieder ganz gesund zu werden.“
Minimalinvasive Stent-OP als schonende Behandlung
Der Rentner entschied sich für einen minimalinvasiven Eingriff und damit seiner Meinung nach, „für eine geniale Technik“. Für ihn wurde ein maßgeschneiderter, spezieller Stent angefertigt mit passgenauen Öffnungen für die Abgänge seiner Gefäße für Gehirn und Arme. Während der Implantation wurde dieser Stent dann über die Leiste in den Aortenbogen eingebracht und dank dem Einsatz modernster 3D Navigation im OP, Millimeter genau implantiert. „Ich war nach der Operation total erleichtert, dass ich Arme und Beine bewegen konnte“, sagt der 75-Jährige. Denn aufgrund eines tragischen Unglückfalles in seiner Familie, war seine größte Angst nach der Operation gelähmt zu sein. Einmal pro Jahr muss Karl-Heinz Herrmann weiterhin zur Kontrolle ins Aortenzentrum am Klinikum Stuttgart kommen. „Doch das Risiko, dass es nach der erfolgreichen Behandlung noch mal zu einer Aussackung kommt, ist gering“, sagt Professor Geisbüsch.
Deutsches Aortenzentrum am Klinikum Stuttgart
Das Deutsche Aortenzentrum in Stuttgart hat sich auf moderne minimalinvasive (endovaskuläre) Verfahren wie zum Beispiel endovaskuläre Aortenreparatur mit Stentprothesen spezialisiert. Neben minimalinvasiven Verfahren kommen in einigen Fällen jedoch auch weiterhin bewährte konventionelle Operationsverfahren, bei denen die Hauptschlagader über einen Bauchschnitt ersetzt wird, zum Einsatz kommen. Von der klinischen und sonographischen Untersuchung, bildgebenden Diagnostik (CTA / MRA), kardialen Abklärung bis hin zum genetischen Screening, bietet das Klinikum Stuttgart das volle Spektrum der diagnostischen Möglichkeiten.
Über 500 Aorten-Eingriffe jährlich
Das Aortenzentrum am Klinikum Stuttgart zählt mit über 500 Eingriffen an der Aorta, von der Herzklappe bis in den Bauchraum, deutschlandweit zu den führenden Zentren in der Behandlung von Aortenerkrankungen, was relevant für das Erreichen höchster Qualitätskriterien ist. Diese hohe Qualität der Versorgung spiegelt sich in der RAL-Zertifizierung als Aortenzentrum wieder, eine Auszeichnung, die aktuell nur wenige Kliniken in Deutschland erhalten haben.
Von der ambulanten Beratung der Patienten und ihrer Angehörigen über die Diagnostik, Planung und Durchführung des Eingriffes bis hin zur Nachsorge sind Patienten im Deutschen Aortenzentrum in den Händen von erfahrenen Fachärzten und Spezialisten, die ihnen das gesamte Spektrum an Diagnostik und Therapie interdisziplinär auf höchstem Niveau anbieten können.
Erkrankungen der Aorta
Die Hauptschlagader (Aorta) ist das größte Blutgefäß im menschlichen Körper. Sie transportiert das sauerstoffreiche Blut vom Herzen zu den Organen und den Beinen. Die Aorta ist beim Erwachsenen etwa 30 bis 40 Zentimeter lang und hat einen Durchmesser von 2,5 bis 3,5 Zentimeter. Sie ähnelt in ihrer Form einem Spazierstock. Neben Erweiterungen der Hauptschlagader (Aortenaneurysmen) und Engstellen (Stenosen) können im Bereich der Hauptschlagader der Aorta vielfältige weitere Erkrankungen wie Einrisse oder Verletzungen der Aortawand sowohl im Brust- als auch im Bauchraum auftreten. Erkrankungen der Aorta sind oft lebensbedrohlich und erfordern schnelles Handeln.
Was ist ein Aneurysma?
Ein Aneurysma ist eine krankhafte, ballonartige Erweiterung einer Schlagader (Arterie), verursacht durch eine geschwächte Gefäßwand. Es bleibt oft symptomlos. Es kann – vor allem, wenn es wächst oder groß ist – reißen und zu gefährlichen inneren Blutungen führen. Ob und wie ein Aneurysma behandelt werden sollte, muss individuell geplant werden.
Die Häufigkeit von Aortenerkrankungen ist mit Lebensstil und Alter verknüpft. Da etwa 60 Prozent der Männer und 45 Prozent der Frauen in Deutschland an Gefäßverkalkung leiden, besteht ein breites Risikopotenzial für Folgeschäden an der Aorta. Seit 2018 haben gesetzlich versicherte Männer ab 65 Jahren in Deutschland Anspruch auf eine einmalige Ultraschall-Vorsorgeuntersuchung, um Aneurysmen frühzeitig zu entdecken.
Weitere Informationen erhalten Interessierte auf der Webseite des Klinikum Stuttgart.


