Die Rosenkohlanbauer mit Bürgermeister Stefan Altenberger (zweiter von rechts). Foto: Michael Käfer

Der Anbau von Rosenkohl spielt in Rommelshausen eine bemerkenswert große Rolle. Es gibt auch eine Hocketse rund um das Wintergemüse.

Fellbach - Rund fünf Kilogramm wiegt die entblätterte Rosenkohlpflanze, die Markus Fischer in die runde Öffnung seiner Rosenkohl-Erntemaschine schiebt. Der mannshohe Metallkasten trennt den Strunk von den Röschen, die anschließend über eine kleine Rutsche in einen grünen Kunststoffkorb gleiten.

Auf dem Rommelshausener Gemüsehof von Markus Fischer haben sich seine Kollegen Werner Bucher und Ronja Haap mit Kernens Bürgermeister Stefan Altenberger und dem Ortsmarketingbeauftragten Marcel Baars – stets als „Kümmerer“ bezeichnet – zum Gruppenbild verabredet. Der Erntebeginn der frühen Rosenkohlsorten ist zwar längst angelaufen, aber die Haupterntezeit hat gerade erst begonnen.

Ronja Haap könnte die neue Rosenkohlkönigin werden. Foto: Michael Käfer
Auf rund 15 Hektar pflanzen Markus Fischer, Werner Bucher und Ronja Haap sowie die Betriebe Gemüsebau Lang und Merz Gemüse auf Kernener Gemarkung Rosenkohl an. Laut statistischem Bundesamt entspricht das fast einem Drittel der in Baden-Württemberg mit dem Kreuzblütler bebauten Fläche. Ganz Rheinland-Pfalz kann nur ein Drittel der Kernener Anbaufläche vorweisen, und die fünf neuen Bundesländer kommen in Summe gerade einmal auf zwölf Hektar. „Meine Recherchen haben ergeben, dass Kernen zu den bundesweit fünf größten Anbaugebieten für Rosenkohl zählt“, sagt Marcel Baars. Mit diesem Pfund will der Kommunikationsfachmann wuchern und hat zusammen mit den fünf Rosenkohlanbauern der Gemeinde die Idee zur Rosenkohl-Hocketse Rokoko entwickelt. Das Akronym für Rosenkohl kochen findet am Sonntag, 5. November, von 11 bis 15 Uhr vor dem Bürgerhaus in Rommelshausen statt.

„Ich finde es immer klasse, wenn Leute gute Ideen haben“, sagte Kernens Bürgermeister. Er ist fürs Foto im feinen Zwirn auf den Acker von Markus Fischer geeilt und hat flugs einen Bezug zur Remstal-Gartenschau 2019 hergestellt. „Ich habe immer gesagt, dass wir keine Blümchenschau haben, sondern unsere Landschaft zeigen. Dazu gehört natürlich der Rosenkohl.“

Röschen von der Größe eines Tischtennisballs

Bis es soweit ist, dass die Pflanzen ihre Röschen von der Größe eines Tischtennisballs angesetzt haben, wollen sie gut umsorgt werden. „Es ist viel Handarbeit“, sagt Ronja Haap. Die mit einem Bachelorabschluss der Fachrichtung Gemüsebau qualifizierte Kohlexpertin meint damit vor allem die Ernte. Mit einer Machete werden die hüfthohen Pflanzen zunächst entblättert und dann mit wuchtigen Hieben abgehackt. Das ist nicht nur wegen ihres Gewichts Schwerstarbeit, sondern auch weil die Strünke stark verholzt und entsprechend zäh sind. Dreimal muss das Unkraut während der rund halbjährigen Wachstumsphase maschinell entfernt werden und zusätzlich wird einmal von Hand gehackt. „Die Ernte geht bis März“, sagt Werner Bucher. Der Ertrag ist aus Laiensicht erstaunlich groß. Markus Fischer schätzt ihn auf durchschnittlich 16 Tonnen pro Hektar, von denen er rund 90 Prozent über den Großmarkt verkauft.

Wichtig für einen guten Ertrag bei dem stark zehrenden Gemüse sind gute und nährstoffreiche Böden wie sie rund um Kernen anzutreffen sind. Nicht ganz optimal waren nach einem guten Start zuletzt die Wetterbedingungen. „Es sollte kühl und trocken sein“, sagt Werner Bucher. Dennoch sehen die Röschen, die aus der Erntemaschine von Markus Fischer rollen, prall und gesund aus. Nach wenigen Sekunden ist ein Strunk abgeerntet und füllt eine halbe Kiste. Genug gesundes Gemüse also, um sogar eine große Familie zu sättigen.

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