Taschenkontrollen bei Großveranstaltungen sind die Regel. Foto: dpa

Ob beim Markgröninger Schäferlauf oder bei der Ludwigsburger Weinlaube: verschärfte Kontrollen gehören zunehmend dazu. Das ist aber leicht verschmerzbar und hilft viel, analysiert Rafael Binkowski.

Ludwigsburg - Wenn selbst im beschaulichen Markgröningen über die Sicherheit beim Schäferlauf nachgedacht werden muss, dann ist die Welt in Schieflage. Doch der Anschlag auf einem Festival in Ansbach zeigt, dass auch Schauplätze zu Tatorten werden, die vermeintlich im Abseits des Weltgeschehens liegen. Wer kann garantieren, dass nicht irgendein verblendeter Geist die IS-Parolen aus Youtube-Videos nachplappert und seiner verzweifelten Existenz mit einer Wahnsinnstat ein Ende setzt?

Der selbst ernannte Islamische Staat hat mit vielen Taten wenig zu tun, doch der mediale Zirkus und die aufgeheizte Debatte könnten bei manchem der Treibstoff für Radikalisierung sein. Jedenfalls muss ein Veranstalter eines Massenevents tun, was möglich ist. Dazu gehören Taschenkontrollen, um mögliche Waffen zu finden. Das haben die Besucher der Music-Open-Konzerte oder der Weinlaube in Ludwigsburg bereits zu spüren bekommen. Das ist lästig, aber eine nur kleine Einschränkung, die mehr Sicherheit mit sich bringt.

Die Barrikaden, die beim Markgröninger Schäferlauf an Einfahrtsstraßen aufgestellt werden sollen, sind hingegen überhaupt nicht lästig, sondern kluge Vorsorge. Es geht letztlich auch um ein Gefühl von Sicherheit. Und das ist wichtig, um die Unbeschwertheit und den freien Lebensstil zu erhalten, der unsere Gesellschaft ausmacht. In Markgröningen und überall.

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