Er kam, sah und traf mit seinem zweiten Ballkontakt: VfB-Stürmer Hamadi Al Ghaddioui. Foto: Pressefoto Baumann/Cathrin Müller

Der VfB tankt mit dem Pokalsieg in Hamburg frisches Selbstvertrauen. Was die Gründe für den Erfolg sind und was der Schütze des entscheidenden Tores sagt, das steht in unserer Analyse „Fünferkette“.

Hamburg - Der VfB steht mit dem 2:1 (1:1)-Pokalsieg nach Verlängerung beim Hamburger SV im Achtelfinale des DFB-Pokals. Obendrein nehmen die Stuttgarter nach zuletzt drei Niederlagen in Serie frisches Selbstbewusstsein mit in den Liga-Alltag, wo am Sonntag (13.30 Uhr/ Liveticker) Dynamo Dresden als nächster Gegner wartet.

„Ich bin mit der Leistung der Mannschaft vollauf zufrieden“, sagte der Sportdirektor Sven Mislintat – und der Trainer Tim Walter ergänzte: „Die Mannschaft hat zuletzt viel Kritik einstecken müssen. Sie hat die vielen individuellen Fehler abgestellt und bewiesen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Spielidee

Der VfB-Trainer Tim Walter war im Vergleich zum 2:6 in der Liga ein wenig von seiner „Ballbesitz-ist-alles“-Taktik abgerückt, was seiner Mannschaft gut tat. Mit einer 4-3-2-1-Taktik, in der Nicolas Gonzalez zunächst die einzige Spitze war, traten die Stuttgarter vor 45.503 Fans im Hamburger Volkspark an. „Wir wollten es heute etwas kompakter angehen – und das ist uns gelungen“, sagte Tim Walter, dessen Pokal-Torhüter Fabian Bredlow fast nichts zu halten bekam und letztlich nur durch den Elfmeter von Aaron Hunt (16.) zum 1:1 überwunden wurde. Zuvor hatte der VfB einen Blitzstart hingelegt, als Nicolas Gonzalez bereits in der zweiten Minute nach einem Foul an Philipp Förster den folgerichtigen Elfmeter routiniert zum 1:0 links oben ins HSV-Tor schoss.

Spielentscheidend

„Wir wollten heute eine Reaktion und unser wahres Gesicht zeigen“, sagte der erfahrene Gonzalo Castro, der fachfremd als linker Verteidiger eingesetzt wurde, während der Name des zuletzt schwächelnden Linksverteidigers Emiliano Insua sogar im 20-Mann-Spieltagskader fehlte. Insgesamt tat es dem VfB sehr gut, dass mit Holger Badstuber und Castro zwei Routiniers in die Viererkette rückten. „Dieser Sieg wird uns den nötigen Schub mit Blick auf den Ligaalltag geben“, sagte Gonzalo Castro: „Unser Selbstvertrauen war zuletzt schon ein wenig angeknackst.“ Tim Walter gab sich dagegen wie gewohnt kämpferisch: „Wir haben zuletzt ordentlich auf die Fresse bekommen – und haben jetzt gezeigt, dass wir Respekt verdient haben.“

Spielentscheider

Er kam, sah und traf mit seinem zweiten Ballkontakt. „Das ist ein unbeschreibliches Gefühl“, sagte der Stürmer Hamadi Al Ghaddioui, der nach Knieproblemen in den letzten Tagen gar nicht über die volle Distanz hätte spielen können. So kam Al Ghaddioui erst nach 110 Minuten – also in der zweiten Hälfte der Verlängerung – für Orel Mangala ins Spiel. Nachdem der ebenfalls eingewechselte Silas Wamangituka den Ball an den rechten Pfosten geschossen hatte, war wenig später die Bühne frei für Al Ghaddioui, der das Spielgerät mit einem technisch anspruchsvollen Drehschuss neben den kurzen Pfosten ins Netz platzierte. Der Rest war Jubel. „Das Tor tut gut – und wird der gesamten Mannschaft positive Energie geben“, sagte der VfB-Stürmer.

Wortspiel

„Wir haben heute eine sehr gute und richtige Antwort auf all die berechtigte Kritik gegeben“, sagte der Sportdirektor Sven Mislintat.

Spielplan

An diesem Sonntag (13.30 Uhr) empfängt der VfB in der Mercedes-Benz Arena zum Heimspiel in der zweiten Liga das Team von Dynamo Dresden. Wen der Club im Achtelfinale des DFB-Pokals als Gegner zugelost bekommt, das entscheidet sich ebenfalls am Sonntag von 18 Uhr an im Rahmen der ARD-Sportschau.

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