Immer hart am Mann: VfB-Abwehrspieler Marc Oliver Kempf (li.) gegen Augsburgs Cordova Foto: Getty

Der VfB Stuttgart hat gegen den FC Augsburg seinen zweiten Sieg unter Trainer Markus Weinzierl gefeiert – unsere Spielanalyse „Fünferkette“ zeigt: Es geht in kleinen Schritten voran.

Stuttgart - Der VfB Stuttgart hat den zweiten Sieg unter Trainer Markus Weinzierl gefeiert und wichtige drei Punkte gesammelt. Dass noch nicht alles rund lief beim mühsamen 1:0 gegen den FC Augsburg störte am Samstag die Wenigsten. „Ich freue mich, dass es ein dreckiger Sieg war“, meinte Mario Gomez, der Stürmer des VfB. Torhüter Ron-Robert Zieler sprach von der „richtigen Mentalität und Einstellung“. Was sonst noch entscheidend war für den Heimsieg, arbeiten wir in unserer Spielanalyse „Fünferkette“ auf.

Spielidee: Timo Baumgartl hatte sich nach überstandener Magen-Darm-Erkrankung fit gemeldet, auch Anastasios Donis war wieder einsatzfähig – da griff Markus Weinzierl gerne zu und brachte beide von Beginn an. Der Plan des VfB-Trainers: Hinten solide stehen, vorne mit Donis‘ Schnelligkeit punkten. Zwar konnte der Grieche noch nicht Vollgas geben, ein Unruheherd war er dennoch – und beim 1:0 stand er goldrichtig und verwandelte cool und clever. Nach der Pause stellte Weinzierl von einem 4-1-4-1-System auf eine 5-2-1-2-Ordnung um.

Spielentscheidend: Anastasios Donis erzielte zwar das Tor des Tages, entscheidend für den Sieg des VfB Stuttgart war aber mindestens ebenso die stabile Defensive. „Wir haben in Timo Baumgartl, Benjamin Pavard und Marc Oliver Kempf drei super Innenverteidiger. Für mich waren sie heute gemeinsam mit der gesamten Fünferkette der Garant zum Sieg“, sagte VfB-Trainer Markus Weinzierl. Vor der Abwehr verrichtete vor allem Santiago Ascacibar unglaublich viel Laufarbeit. Zwar fanden die Augsburger in den meisten Fällen eine Anspielstation, in der entscheidenden Zone aber agierte der VfB kompromisslos. Kempf leitete mit einem Ballgewinn auch das 1:0 ein.

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Spielentscheider: Nach Spielschluss entdeckte Anastasios Donis im Gespräch mit den Reportern bei seiner eigenen Leistung durchaus noch Steigerungspotenzial. „Meine Spritzigkeit und Schnelligkeit sind noch nicht bei hundert Prozent, daher bin ich nicht rundum zufrieden“, sagte der VfB-Außenstürmer, der gegen Augsburg nach acht Wochen Verletzungspause sein Comeback gegeben hatte. Der Matchwinner war er dennoch. Donis stand gleich in der Startelf – und war nach 39 Minuten in zentraler Position an der Strafraumkante des FCA zur Stelle. Einen Flachpass von Andreas Beck brachte der Grieche links unten im Augsburger Tor unter. Das war die Entscheidung – auch wenn bei Donis davor und danach nicht alles rund lief. „Ich hatte bereits kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit schwere Beine“, erklärte der 22-Jährige, der lange Zeit mit einem Muskelbündelriss am Oberschenkel ausgefallen war. Also signalisierte Donis seinem Trainer, dass er in der Halbzeit ausgewechselt werden möchte – er wollte kein Risiko eingehen. „Es hat zwar noch nicht alles gepasst. Aber man hat gesehen, welchen Schwung er ins Spiel bringen kann“, lobte Chefcoach Weinzierl.

Wortspiel: „Wir haben da hinten drin drei Zweikampfmonster“, lobte Dennis Aogo und meinte damit die bereits von Weinzierl hervorgehobenen Benjamin Pavard, Timo Baumgartl und Marc Oliver Kempf. Agiert das Trio weiter so klar und kompromisslos, kann die Defensive doch wieder zum Stuttgarter Trumpf werden. Aogo mahnte aber auch an: „Die Balance muss stimmen, wir müssen auch wieder mehr Chancen herausspielen.“

Spielplan: Am nächsten Sonntag, 9. Dezember (18 Uhr) steht für den VfB das schwere Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten Borussia Mönchengladbach an. „Wir müssen den nötigen Elan aus diesem Sieg mitnehmen“, sagte Markus Weinzierl, der seinem Team aber zunächst mal zwei Tage frei gab. Bitter mit Blick auf die Partie bei der Borussia: Santiago Ascacibar sah gegen den FC Augsburg seine fünfte Gelbe Karte und wird fehlen.

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