Der Frust im Gesicht: VfB-Trainer Tim Walter klatscht nach dem Spiel mit Orel Mangala ab. Foto: dpa/Uwe Anspach

Gegen den Karlsruher SC hatte der VfB Stuttgart noch kontrolliert gespielt, gegen den SV Sandhausen brach hinten immer wieder das Chaos aus. Wo die Ursache für die VfB-Niederlage liegt, zeigt unsere Analyse „Fünferkette“ auf.

Stuttgart - Der VfB Stuttgart steckt weiter in einer Ergebniskrise. Von zuletzt sieben Ligaspielen hat der Aufstiegsaspirant fünf verloren. Diesmal erwischte es den Fußball-Zweitligisten mit 1:2 beim SV Sandhausen. Eine Niederlage, deren Ursache vor allem in der Anfangsphase begründet liegt, wie die Fünferkette aufzeigt.

Spielidee

Spielidee: Der Plan des Trainers sah vor, wie eine Woche zuvor gegen den Karlsruher SC zum Erfolg zu kommen: mit kontrollierter Offensive. Doch das Vorhaben war in Sandhausen schon nach einer Minute durchkreuzt. Aziz Bouhaddouz traf nach einem Eckball. Auch das 2:0 resultierte aus einem Eckeball – und wieder war Bouhaddouz zur Stelle (24.). Der VfB schaffte es also nicht, die Standardsituationen konsequent zu verteidigen.

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„Wenn du so früh in Rückstand gerätst, wird das Spiel extrem schwierig auf dem schwer bespielbaren Platz“, sagte der Torhüter Gregor Kobel. Denn der viele Ballbesitz führte wie einigen Partien zuvor zwar zu zahlreichen Chancen, aber nicht zum gewünschten Erfolg. „Wir wollten eigentlich unsere Chance nutzen, die durch die Niederlage des Hamburger SV gegeben war. Es war unser Anspruch, punktemäßig wieder aufzuschließen. Das ist nicht gelungen“, sagte der Sportdirektor Sven Mislintat.

Spielentscheidend

Die Unaufmerksamkeit der VfB-Mannschaft zu Spielbeginn. Denn es war nicht das erste Mal, dass die Stuttgarter in der laufenden Saison früh in Rückstand gerieten. „Wir waren bei den ersten beiden Standards schläfrig. Das darf uns nicht passieren. So dreht dir der Gegner am Ende eine lange Nase“, sagte der Trainer Tim Walter.

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Gegen den KSC hatte der VfB noch kontrolliert gespielt, gegen den SV Sandhausen brach hinten immer wieder das Chaos aus. „Wir müssen es hinbekommen, in den ersten zehn Minuten kein Gegentor zu kassieren“, sagte der Sportdirektor Sven Mislintat. Denn dadurch entstand Unruhe im Stuttgarter Spiel. Zumal mögliche Ausgleichs- und Anschlusstreffer durch Mario Gomez vom Videoschiedsrichter wegen knapper Abseitsstellungen zurückgenommen wurden.

Spielentscheider

Auf Seiten des SV Sandhausen war es Aziz Bouhaddouz, der beide Tore erzielte. Der Stürmer war auch ansonsten ein Unruheherd. Und wie der Rest der Gastgeber überzeugte auch er durch viel Kampfgeist und eine körperbetonte Spielweise. Diese Stärke brachte dem Team von SVS-Trainer Uwe Koschinat den Sieg. Der VfB kam mit seiner technischen Spielweise nur noch zum späten Anschlusstor per Handelfmeter. Silas Wamangituka verwandelte (89.).

Wortspiel

Natürlich waren nach der Niederlage die Abseitstore durch Mario Gomez das große Thema. Dreimal hatte der 34-Jährige getroffen – und dreimal wurde er vom Videoschiedsrichter Robert Kempter in Köln zurückgepfiffen. „Drei Zentimeter sind eben auch abseits“, kommentierte der Sportdirektor Sven Mislintat diese Häufung an knappen Entscheidung süffisant. Die Unparteiischen um Harm Osmers auf dem Platz lagen jedoch stets richtig.

Spielplan

Als nächstes muss der VfB gegen den 1. FC Nürnberg ran – am kommenden Montag in der Mercedes-Benz-Arena. „Da werden wir versuchen, wieder einen Dreier zu ziehen“, sagte Sven Mislintat. Der Sportdirektor hofft auf eine gute Atmosphäre. „In Sandhausen war das Stadion stimmungsmäßig in unserer Hand.“ Nun wollen die Stuttgarter auch wieder sportlich die Oberhand gewinnen.

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