Mal wieder enttäuschte Spieler des VfB Stuttgart – auch bei Eintracht Frankfurt gab es nichts zu holen. Foto: Getty

Der VfB Stuttgart hat gegen Eintracht Frankfurt 44 Minuten gut mitgespielt. Am Ende stand es dennoch 0:3. Warum? Das zeigt unsere Spielanalyse „Fünferkette“.

Frankfurt - Die Bilanz des VfB Stuttgart gegen die Topteams der Liga bleibt in dieser Saison niederschmetternd. Auch beim 0:3 gegen Eintracht Frankfurt gelang am Sonntagabend keine Überraschung – dabei spielte das Team von Trainer Markus Weinzierl eine Zeit lang richtig gut mit gegen den Viertelfinalisten der Europa League. Warum sich die Eintracht am Ende dennoch klar durchsetzte, zeigt unsere Spielanalyse „Fünferkette“.

Spielidee: Markus Weinzierl machte es wie immer in den vergangenen Wochen: Der Trainer des VfB Stuttgart baute sein Team nur behutsam um. Im Gegensatz zum 1:1 gegen 1899 Hoffenheim stürmte Nicolas Gonzalez anstelle von Mario Gomez. Christian Gentner ersetzte den gesperrten Santiago Ascacibar. Der VfB agierte wieder im 3-5-2-System. Die Eintracht setzte ihr gewohntes 3-4-1-2-System dagegen – mit allen Topstürmern in der Startelf. Zunächst ging der Plan des VfB auf, Gentner störte den Frankfurter Spielaufbau durch Makoto Hasebe, setzte offensive Akzente, bot der Eintracht aber kaum Kontermöglichkeiten. Das änderte sich nach dem 0:1 – danach war es ein anderes Spiel.

Spielentscheidend: „Es ist bitter, weil wir es 44 Minuten lang gut gemacht haben“, analysierte Markus Weinzierl nach der Partie, die seine Mannschaft in der 45. Minute verloren hatte. Da reihten sich einige Unsauberheiten aneinander, an deren Ende verlor Andreas Beck den Ex-Stuttgarter Filip Kostic aus den Augen, der dies zum 1:0 für die Eintracht nutzte. „Das hat das Spiel auf den Kopf gestellt“, sagte Adi Hütter, der Trainer der Frankfurter, „denn der VfB hat uns das Leben in der ersten Hälfte sehr schwer gemacht.“ Die Führung gab seinem Team dann aber mehr Sicherheit – vor allem musste der VfB Räume freigeben, was die schnellen, physisch starken und technisch versierten Eintracht-Stürmer eiskalt nutzten. Der VfB schaffte es seinerseits zu keinem Zeitpunkt, Wucht und Konsequenz in sein Offensivspiel zu bringen, was auch am schwachen Nicolas Gonzalez lag. „Er ist noch jung“, nahm Weinzierl seinen Stürmer in Schutz, wohl wissend, dass der VfB auch dringend Tore braucht.

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Spielentscheider: Das Interesse war groß an Filip Kostic nach der Partie. Das war kein Wunder, schließlich hatte der Außenstürmer gerade das Spiel gegen seinen Ex-Club entschieden. Zwei Treffer erzielte Kostic gegen den VfB Stuttgart, mit dem er 2016 aus der Bundesliga abgestiegen war. Es folgten zwei Jahre beim HSV, erst jetzt aber, sagte er, sei er „in der besten Phase meiner Karriere“. Bis zu seinem Führungstreffer war sein Trainer Adi Hütter „nicht zufrieden“ mit Kostic. Das änderte sich schlagartig, weshalb der Coach nach der Partie auch lobte: „Es freut mich total für ihn, denn er hat sich bei uns vom ersten Tag mit einer Top-Einstellung und sehr bescheiden präsentiert. Er gibt alles für Mannschaft und Verein.“ Für zwei Jahre ist der Serbe vom HSV an die Eintracht ausgeliehen, die sich zudem eine Kaufoption gesichert hat.

Wortspiel: „Ich habe gelernt, dass man sich im Fußball immer alles vorstellen können muss.“ Sagte Ron-Robert Zieler auf die Frage nach dem 1. FC Nürnberg, den der VfB mit einem Sieg am kommenden Samstag (15.30 Uhr) wieder auf sieben Punkte distanzieren könnte. Ist der Club dann wirklich weg vom Fenster? Zieler will sich darauf nicht verlassen, ebenso wenig auf die Schwäche von Hannover 96. Deshalb gibt es für den Keeper des VfB nur diese Ziele: zunächst einen Sieg gegen den 1. FC Nürnberg, dann weitere Punktgewinne. Denn auch mit dem Relegationsplatz will man sich beim VfB (noch) nicht anfreunden. „Ich habe die Hoffnung, dass wir noch 15. werden“, sagte Trainer Markus Weinzierl.

Spielplan: für den VfB stehen nun zwei Heimspiele an. Zunächst die extrem wichtige Partie gegen den 1. FC Nürnberg am kommenden Samstag. Eine Woche später kommt Bayer Leverkusen in die Mercedes-Benz-Arena. Markus Weinzierl weiß, dass auch gegen einen solchen Gegner mal gewonnen werden muss, soll es mit einer Aufholjagd noch klappen.

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