Harter Kampf: Bremens Nuri Sahin (li.) und Sebastian Langkamp versuchen Stuttgarts Ozan Kabak zu stoppen. Foto: dpa

Der VfB Stuttgart kann doch noch positiv überraschen und holt beim 1:1 (1:1) bei Werder Bremen verdientermaßen einen Punkt. Was lief besser, wo besteht weiter Handlungsbedarf? Unsere Analyse in der Fünferkette.

Bremen - Eine Abwehr, die endlich einmal einen Sturmlauf des Gegners übersteht, viel Einsatz und Leidenschaft, aber auch zwei vergebene Großchancen. Trotz des 1:1 gegen Werder Bremen kann der VfB Stuttgart nicht ganz zufrieden sein.

Spielidee: Ohne Veränderungen zur Vorwoche ging Trainer Markus Weinzierl die Partie bei den formstarken Bremern an. Die lange Phase des Experimentierens ging damit fürs Erste zu Ende, Stabilität ist plötzlich Trumpf. Dies zahlte sich auch aus. Zum ersten Mal waren gewisse spielerische Automatismen zu erkennen - wenn auch nur in Ansätzen.

Spielentscheidend: Die Wackelabwehr hielt dem Sturm im norddeutschen Tiefland Stand. Das war angesichts von 50 Gegentoren in zuvor 22 Spielen nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Das starke Innenverteidiger-Trio Ozan Kabak, Marc Oliver Kempf und Benjamin Pavard gewann die überwiegende Mehrzahl seiner Zweikämpfe und Kopfballduelle – der Schlüssel zum Erfolg. Als solcher ist der Punktgewinn an der Weser in der derzeitigen Situation zu werten.

Spielentscheider: Diese Rolle hatte das Drehbuch eigentlich für Mario Gomez vorgesehen. Zweimal lief der Stürmer in der ersten Halbzeit alleine auf Werder-Schlussmann Jiri Pavlenka zu, zweimal vergab er. Beim ersten Versuch zu zögerlich, beim zweiten ohne Übersicht – so verpasste es der 33-Jährige, die 1:0-Führung auszubauen. „Wenn wir hier 2:0 führen, gewinnen wir das Spiel“, trauerte nicht nur Sportchef Thomas Hitzlsperger den vergebenen Chancen nach. Mehr noch: 30 Prozent Ballbesitz waren doch ein bisschen wenig. „Wenn wir den Ball hatten, war er oft schnell wieder weg. Da müssen wir ruhiger werden“, analysierte Hitzlsperger.

Wortspiel: „Wir haben die Leidenschaft wieder auf den Platz gebracht“, erkannte Mittelfeldspieler Gonzalo Castro. Dem war schwer zu widersprechen. Was allerdings die Frage nicht beantwortet, warum der Tabellen-16. über weite Strecken der Saison so ganz anders agierte, so ganz ohne Leidenschaft und Esprit nämlich. Klar ist, die Probleme in der Mannschaft liegen tief und lassen sich nicht über Nacht beheben. Ganz langsam aber scheint es aufwärts zu gehen. Gerade noch rechtzeitig?

Spielplan: Das wäre zumindest wünschenswert. Denn am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) steht das Duell mit Hannover 96 auf dem Spielplan. Ein echtes Abstiegsendspiel. Drei Punkte sind Pflicht, denn danach meint es der Spielplan nicht mehr so gut mit den Stuttgartern: Borussia Dortmund, 1899 Hoffenheim und Eintracht Frankfurt heißen die folgenden Gegner.

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