Ehrenamtliche Helferinnen sammeln zwischen Ehningen und Hildrizhausen am Schutzzaun Amphibien ein. Foto: tefanie Schlecht

Die Amphibien sind wieder unterwegs zu ihren Laichplätzen. Das Landratsamt bittet um ehrenamtliche Unterstützung. Am Mittwoch wird die Schranke bei Aidlingen erstmals geschlossen.

Ein paar milde Nächte genügen, und schon machen sich Kröte, Frösche und Molche wieder auf zu ihren Laichplätzen. Damit die Tiere nicht überfahren werden, gibt es diverse Schutzmaßnahmen – für die Amphibien, aber auch für ehrenamtliche Helfer. Wie das Landratsamt mitteilt, steht bereits an diesem Mittwoch, 11. Februar, die erste Sperrung zwischen Lehenweiler und Dätzingen an.

 

Im Bereich der Kreisstraße 1063 zwischen dem Abzweig zum Aidlinger Ortsteil Lehenweiler und dem Ortsausgang von Grafenau-Dätzingen wird in „Wandernächten“ zwischen 18.30 und 5 Uhr die Straße seit einigen Jahren komplett gesperrt. Der Landkreis bitte dafür um Verständnis. „Umleitungen sind ausgeschildert und ein Sicherheitsdienst ist vor Ort“, teilt die Behörde mit – und weist zudem darauf hin, dass die umliegenden Waldwege gesperrt sind, um Schleichverkehr zu verhindern. Unter www.lrabb.de/schranke informiert das Landratsamt darüber, wann die Schranke gesperrt oder offen ist.

Auch an anderen Strecken sind Tiere und ehrenamtliche Helfer gefährdet. Auf einigen Kreisstraßen gelten deshalb wegen der Amphibienwanderungen in der Zeit zwischen 20 und 6 Uhr abschnittsweise Geschwindigkeitsbegrenzungen. Nur Tempo 70 erlaubt ist dann zwischen Gärtringen und Deckenpfronn (auf Höhe des Gärtringer Regenrückhaltebeckens), zwischen Nufringen und Rohrau (zwischen Gewerbegebiet Buchen und Autobahnunterführung), zwischen Weil der Stadt und Merklingen (Bereich Merklinger Ried) sowie zwischen Weil der Stadt und Schafhausen (zwischen Ortsausfahrt und Angelbachsee – hier gilt die Begrenzung allerdings nur zwischen 6 und 9 Uhr morgens). Höchstens 70 Stundenkilometer sind auch in den Waldabschnitten zwischen Rutesheim und Renningen sowie zwischen Rutesheim und Flacht vorgeschrieben. Zwischen Tailfingen und Hailfingen ist sogar nur Tempo 50 erlaubt.

Um die Amphibien in den frühen Morgen- und Abendstunden an den Schutzzäunen einzusammeln und sicher über die Straßen zu bringen, braucht es auch in diesem Frühjahr wieder ehrenamtliche Unterstützung. Das Landratsamt startet deshalb einen Aufruf und nennt dafür die jeweiligen Streckenabschnitte und Ansprechpartner.

Im Bereich zwischen Tailfingen und Hailfingen ist dies Dieter Weidmann, Telefon 01 51 / 64  62 17 95, für den Haslacher Weg in Richtung Nebringen wendet man sich an Ralf Willers (Mail an info@nabu-moetzingen.de), zwischen Ehningen und Hildrizhausen ist Claudia Stotz die Ansprechpartnerin (Telefon 0157 / 36 25 59 35). Dort, in der Krebsbachaue, gibt es laut Landratsamt eine Besonderheit. Weil die Maßnahmen in diesem Bereich wohl so positiv wirken, kreuzen Amphibien bis in den Oktober hinein zwischen Wald und Aue. „Das heißt, hier kann man sich längerfristig einbringen“, teilt die Behörde mit.

Weitere Abschnitte sind zwischen Gärtringen und Deckenpfronn (Ansprechpartnerin: Sandra Richter, Telefon. 0172 / 6  21 79 96), auf der Kreisstraße 1055 (alte B 14) von Sindelfingen in Richtung Vaihingen (Ansprechpartnerin: Daniela Lohfink, Mail an info@nabu-sifi-bb.de), in Böblingen im Bereich Zimmerschlag (Ansprechpartnerin ebenfalls Daniela Lohfink), bei Magstadt im Bereich Hölzersee (Ansprechpartnerin: Andrea Stürner, Telefon 0151 / 50  21  06  21), am Maisenbachweiher zwischen Weil der Stadt und Schafhausen (Ansprechpartner: Daniel Beurer, Mail an info@nabu-wds.de oder Telefon 0 70  33 / 5 43 62  60) sowie zwischen Ölmühle Weissach und Ortseingang Eberdingen (Ansprechpartner: Inge Bernt, Telefon 0170 / 24 67 37 1).

Laut Landratsamt dürfen selbstverständlich auch Kinder und Jugendliche bei den Einsätzen mitmachen. „Dann muss jedoch ein Erziehungsberechtigter mit dabei sein“, betont ein Pressesprecher des Landkreises.