Im Sommer soll die Amur-Tigeranlage in der Wilhelma fertig werden. Noch gibt es einiges zu erledigen, bis die Raubkatzen dort einziehen können – zum Beispiel fehlt noch der Sicherheitszaun mit Schleusen und Toren.
Im Stuttgarter Zoo entsteht derzeit südlich des Asiatischen Schaubauernhofs auf 5055 Quadratmetern Fläche ein Anlage für bis zu sechs Amur-Tiger. Sie soll nach den Worten von Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin voraussichtlich im Juli eröffnet werden. Noch gibt es einiges zu tun, bis die größten Katzen der Welt einziehen können. Die Aufgaben reichen von der restlichen Installation des Sicherheitsnetzes bis zur Landschaftsgestaltung und Schlosserarbeiten im Stall.
Baumrückschnitte an der Anlage
„Noch in diesem Monat gibt es Baumrückschnitte an der Anlage, damit die Tiger nicht über ihr Gehege kommen“, berichtet Kölpin. So viel steht fest: Zwei Tiger werden in die Anlage im Norden des Zoos einziehen. Die Tiere kommen aus europäischen Zoos und sind dann eineinhalb bis zwei Jahre alt. In dem Alter seien sie schon fortpflanzungsfähig, sagt der Wilhelma-Direktor. Amur-Tiger können zwei bis sechs Jungtiere bekommen. In den Außenanlagen gibt es zwei Bereiche, dort ist dann Platz entweder für eine Katze und einen Kater – oder für Jungtiere samut Mutter und auf der anderen Seite den Vater.
Tiere vom Europäischen Zuchtverband EAZA
Die Tiere kommen aus dem Europäischen Zuchtverband EAZA. „Sie werden getauscht. Das heißt, da fließt kein Geld“, erklärt Kölpin. Es sei so geregelt, dass der Zoo, der ein Tier erhält, den Transport bezahlt. „Die Tiere haben einen ideellen Wert“, erklärt Kölpin. Bis zur Eröffnung der Anlage müssen nach Angaben von Christian Angermann von Vermögen und Bau Baden-Württemberg, dem Bauherrn der Anlage, noch die Flächen im Gehege mit Pflanzungen und Teichanlagen versehen werden. Auch der Sicherheitszaun mit Schleusen und Toren muss noch fertig gestellt werden. Im Stallgebäude müssen die Schiebertechnik und die Sicherheitsschließanlage eingebaut werden. Gebaut wird die Anlage von den mkk-Architekten aus Schwerin im Auftrag des Landes.
Photovoltaikanlage ist schon auf dem Stall
In einem offenen Stall mit sechs Boxen und 315 Quadratmetern Grundfläche wird mit Schiebern, Gittern ein spezielles Sicherheitssystem für die Pfleger installiert. Auf dem Stall aus Beton mit Holzverkleidung ist bereits eine Fotovoltaikanlage angebracht. Seit Dezember 2022 wird an der Amur-Tigeranlage in der Wilhelma gebaut, für die das Land mehr als 4,7 Millionen Euro veranschlagt hat. Der Förderverein der Wilhelma spendet rund eine Million Euro dazu.