In der Sauna des Fellbacher Erlebnisbades F 3 soll es zu dem Übergriff gekommen sein. Foto: her

Im Fellbacher F 3 soll ein neunjähriges Mädchen belästigt worden sein. Der Angeklagte schweigt bisher zu dem Vorwurf. Im Mai wird der Prozess fortgesetzt.

Waiblingen - Der Vorwurf ist schwerwiegend: ein 30-jähriger Mann aus Stuttgart soll im vergangenen Sommer im Fellbacher Erlebnisbad F 3 ein neunjähriges Mädchen unsittlich am nackten Po berührt haben. Und das nicht nur einmal, sondern mehrfach. Seit Dienstag muss er sich deshalb vor dem Waiblinger Amtsgericht verantworten. Bisher hat er nur zu seinem Lebenslauf etwas gesagt. „Zur Sache machen wir vorerst keine Angaben. Da lassen wir erst mal die Aussagen der Zeugen auf uns wirken“, sagte sein Verteidiger Franz Friedel nach Verlesung der Anklageschrift.

Vater schlägt vermeintlichen Täter

Dabei blieb es denn auch nach den Aussagen von zwei Polizisten und dem Vater des Mädchens, der mit diesem, dem achtjährigen Bruder und einem Freund am Nachmittag des 22. Juli das Bad besucht hatte. „Wir saßen im Bistro des Saunabereichs. Meine Tochter und ihr Bruder waren im Pool. Dann kam sie plötzlich zu uns gelaufen und sagte, sie habe Angst“, berichtete der 31-jährige Vater im Zeugenstand. Er habe das Kind wieder in das Schwimmbecken schicken können, doch habe es wenig später wieder behauptet, Angst zu haben.

Erst zögerlich habe die Neunjährige dann gesagt, dass sie zuvor beim Verlassen der Saunakabine von einem Mann am Po berührt worden sei. Das habe sich wenig später in dem Pool wiederholt. Als er das Mädchen gefragt habe, wer das gewesen sei, habe sie auf den Angeklagten gezeigt. „Ich war völlig perplex. Ich habe ihn zur Rede gestellt, aber er hat es abgestritten. Da habe ich ihm eine geknallt.“

Das Personal des Bades ging dazwischen und rief die Polizei. Eine 28-jährige Streifenpolizistin sagte ebenfalls aus, konnte sich jedoch ohne Blick in die Akten nur schwer an Einzelheiten erinnern. Sie habe das Mädchen nur kurz befragt. „Ich dachte mir, bei so einem Fall überlasse ich das lieber den Spezialisten der Kriminalpolizei“, sagte die Beamtin. Das Kind habe ihr gesagt, es sei in der Sauna am nackten Po angefasst worden und später in dem Bassin, das zum Saunabereich gehört. Mit dem Vater habe sie nur kurz gesprochen. „Da stand ja eine Körperverletzung im Raum.“ Der Angeklagte hatte leichte Blessuren durch den Schlag davongetragen, die von den Polizisten fotografiert wurden.

Das Mädchen bleibt bei der Aussage

Vier Tage nach dem Vorfall wurden Vater und Tochter dann von der Kriminalpolizei vernommen. „Ich habe den Vater in ein anderes Zimmer gesetzt und zuerst mit dem Mädchen gesprochen“, sagte ein 40-jähriger Kriminalpolizist. Auch hier blieb die Neunjährige bei ihrer Schilderung. Der Vater habe, um sich nicht selbst wegen Körperverletzung zu belasten, nicht viel gesagt.

Nun geht der Prozess im Mai weiter. Der Richter hat den Angeklagten gewarnt: Sollte es zu einer Verurteilung kommen, würde es sich nicht gut machen, wenn das Kind hätte vor Gericht erscheinen müssen.

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