Amtseinsetzung in Leinfelden-Echterdingen OB Klenk ruft zum Aufstand der Anständigen auf

Von Natalie Kanter 

Rund 300 Gäste freuten sich am Dienstag mit dem neuen, bisherigen OB Klenk. Foto: N. Kanter
Rund 300 Gäste freuten sich am Dienstag mit dem neuen, bisherigen OB Klenk. Foto: N. Kanter

Großer Bahnhof in Echterdingen: 300 Menschen wollten am Dienstag die Vereidigung des neuen, alten Rathauschefs miterleben. Roland Klenks dritte Amtszeit beginnt am 15. Januar. Seine Rede nutzte er für wichtige Worte.

Leinfelden-Echterdingen - Hans Huber hatte am Dienstagabend im Walter-Schweizer-Kulturforum die Lacher auf seiner Seite: „Wie oft noch?“, raunte der dienstälteste Stadtrat von Leinfelden-Echterdingen in das Mikrofon, bevor er zur Tat schritt und Roland Klenk, den bisherigen und neuen Oberbürgermeister von L.-E., für die dritte Amtszeit verpflichtete. Diese beginnt am 15. Januar.

Huber sagte zu Klenk: „Sie sind zu jung, um sich auf die faule Haut zu legen.“ Und: „Ich habe schon viele Bürgermeister und Oberbürgermeister erleben müssen, aber noch keiner hat mir so wenig Angriffsfläche geboten wie sie.“ Der Freie Wähler stellte aber auch klar: „Praktikable Lösungen sind gefragt. Das erwarten wir von Ihnen.“

Roland Klenk, der nach seiner Vereidigung sichtlich gelöst ins Publikum winkte, sparte es sich an diesem Abend, über seine Ziele für die kommenden acht Jahre zu reden. Zum Nachlesen hatte er den Gästen seine Rede vom 26. Oktober auf die Stühle legen lassen. Damals hatte er als OB-Kandidat auf gleicher Bühne den Bürgern Rede und Antwort gestanden. „Alles, was dort zu lesen ist, gilt auch nach der Wahl“, sagte der Wiedergewählte nun.

Klenk sprach vielmehr über die zunehmende Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft. Der OB rief zum friedvollen Miteinander und gegenseitigem Verständnis auf. Es brauche den viel zitierten Aufstand der Anständigen. Klenk sieht in L.-E. eine lebendige Kultur des Miteinanders und Für-einanders. Dies gelte es zu erhalten und zu fördern. Man brauche eine Atmosphäre, die „neu hinzugezogene Bürger, gleich welcher Nationalität, einlädt, mitzumachen und sich nicht abseits zu stellen“.

Gäste aus der großen und kleinen Politik

Fast 300 Menschen waren nach Echterdingen gekommen, um jenen Mann zu huldigen, der seit 16 Jahren die Geschicke der Stadt lenkt und der im Spätherbst mit großer Mehrheit wiedergewählt worden war. Persönlichkeiten aus der großen Politik wie SPD-Bundestagsabgeordneter Nils Schmid gaben sich ein Stelldichein. Rathauschefs der Nachbarkommunen Filderstadt, Waldenbuch und Steinenbronn sind der Einladung gefolgt, genauso wie Landrat Heinz Einiger, Kreis- und Stadträte. Frühere Bürgermeister und Oberbürgermeister nahmen an dem Festakt teil. Vertreter der Wirtschaft, der Kirche und viele Bürger haben sich mit ihrem OB mitgefreut.

Erste Bürgermeisterin Eva Noller eröffnete beschwingt den Abend und hatte die nicht einfache Aufgabe, alle Gäste zu begrüßen. Regierungsvizepräsidentin Alexandra Sußmann sagte in ihrer Ansprache: „Leinfelden-Echterdingen ist eine moderne, sehr gut aufgestellte Stadt.“ Die Kommune verfüge über Rekordeinnahmen bei der Gewerbesteuer. Sie setze mit einem Ausbau der Kinderbetreuung, mit dem Neubau der Musberger Turn- und Festhalle und mit dem Umbau der Filderhalle sehr gute Schwerpunkte bei den Investitionen.

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