Jens Fritz hat sein Amt als Bürgermeister von Bissingen angetreten. Foto: privat

Jens Fritz wurde als neuer Rathauschef der 3500 Einwohner zählenden Gemeinde Bissingen unter Teck eingesetzt. Wie einst sein Vorgänger, der zum Landrat gewählte Marcel Musolf, ist der 32-Jährige nun der jüngste amtierende Schultes kreisweit.

Knapp sechs Monate war der Posten unbesetzt, jetzt hat die Teckgemeinde Bissingen endlich wieder einen Bürgermeister: Am Dienstagabend wurde Jens Fritz offiziell in das Amt eingeführt. Der 32-Jährige folgt Marcel Musolf nach, der seit Oktober vergangenen Jahres Esslinger Landrat ist. Wie dieser einst bei seinem Amtsantritt im Jahr 2011 ist Jens Fritz jetzt der jüngste Rathausschef im Kreis.

 

Mit der feierlichen Amtseinsetzung hat eine kuriose Nachfolgersuche formal nun ein Ende. Zwei Mal innerhalb weniger Monate waren die Bissinger Bürger zum Urnengang aufgerufen. Der erste Versuch, einen Nachfolger für Marcel Musolf zu wählen, scheiterte im vergangenen Oktober.

Siegfried Nägele wurde Wahlsieger wider Willen

Bei der Abstimmung gewann mit Siegfried Nägele überraschend ein Bewerber, der gar nicht kandidierte. So etwas hatte es zuvor noch nie in Baden-Württemberg gegeben. Dieses ungewöhnliche Kapitel Kommunalwahlgeschichte sorgte sogar bundesweit für Schlagzeilen.

Weil sie von den beiden zugelassenen Bewerbern nicht überzeugt waren, hatten die Bissinger kurzerhand den Namen des langjährigen, stellvertretenden Bürgermeisters von Bissingen in die freie Zeile auf dem Stimmzettel eingetragen. Nägele erhielt mit 50,5 Prozent Stimmenanteil die absolute Mehrheit. Nach einer Woche Bedenkzeit verkündete der 62-Jährige jedoch, das Amt aus persönlichen und beruflichen Gründen nicht anzunehmen. Deshalb wurde eine Neuwahl erforderlich.

Siegfried Nägele (rechts) wurde im vergangenen Oktober Wahlsieger wider Willen. Foto: Johannes M. Fischer

Im zweiten Anlauf blieb der parteilose Jens Fritz der einzige Bewerber. Mit einem Traumergebnis von 97,7 Prozent wurde er auf Anhieb zum neuen Rathauschef der 3500 Einwohner zählenden Gemeinde am Fuß der Teck gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei ordentlichen 52,4 Prozent. In dieser Woche hat der frühere Leiter der Stabsstelle für Wirtschaftsförderung, Grundstücksverkehr und Recht der Stadt Wendlingen sein Büro im Bissinger Rathaus bezogen.

Jens Fritz tritt in Bissingen in große Fußstapfen

Die Bürgerschaft hat offenbar Vertrauen in die Jugend – Marcel Musolf war bei seiner Wahl zum Bürgermeister gerade mal 25 Jahre alt und hat in sich in seiner 14-jährigen Amtszeit um das Gemeinwohl verdient gemacht. Jens Fritz tritt also in große Fußstapfen.

Doch der Verwaltungsfachmann bringt das notwendige Rüstzeug mit und geht die neue Aufgabe mit Zuversicht an. Im Wahlkampf hatte er angekündigt, zusammen mit den Bürgern „Zukunft gestalten“ zu wollen. „Was bereits gut läuft, möchte ich erhalten und an wichtigen Stellschrauben weiterentwickeln.“ Neben der Einarbeitung in all die anstehenden Themen will er sich in den nächsten Wochen viel Zeit für ein intensives Kennenlernen nehmen.