Im vergangenen Jahr hat Dietmar Schaal zusammen mit dem ehemaligen Tennisspieler Charly Steeb in der Backstube gearbeitet. Foto: Ines Rudel

Dietmar Schaal hat das Salzkuchenfest zugunsten der Aktion Multiple Sklerose Erkrankter gegründet und viele Jahre lang organisiert. Nach seinem Tod wird am Freitag das letzte Salzkuchenfest gefeiert – vermutlich.

Remshalden - Die Vorbereitungen waren schon angelaufen, als Dietmar Schaal im März überraschend starb. Der Bäckermeister und CDU-Politiker war über den Ort hinaus dafür bekannt, dass er das Fest für die Aktion Multiple Sklerose Erkrankter (Amsel) begründet und seit vielen Jahren organisiert hatte. Zu seinen Lebzeiten wurde 33 Mal an der Kelter Salzkuchen gegessen. Bisher kamen 345 000 Euro Spendengelder zusammen.

Viele Prominente standen schon in seiner Backstube

„Er war einer, der jeden kannte und das hat er dafür genutzt, Prominenz zum Amsel-Fest zu holen. Er hat das Fest zur Marke gemacht“, sagt Stefan Breiter, Bürgermeister von Remshalden. Und tatsächlich ist die bisherige Gästeliste beeindruckend: Ministerpräsidenten wie Lothar Späth, Erwin Teufel und Günther Oettinger, Landes-Minister wie Monika Stolz und Ulrich Goll sowie Bundespolitiker Hermann Scheer und Eberhard Gienger waren bereits da. Aber auch Triathlet Stephan Vuckovic, die Ballerina Birgit Keil oder der ehemalige Tennisspieler Charly Steeb standen schon in der Backstube von Dietmar Schaal, um den legendären Salzkuchen zu probieren.

Um Schaal zu gedenken, hat die Gemeinde Remshalden beschlossen, das Fest dieses Jahr noch einmal zu veranstalten. „So haben wir es bei der Beerdigung verkündet“, sagt Breiter. Natürlich würde das nicht gehen ohne Hilfe. So werden wieder drei Bäckermeister die Unmengen an Salzkuchen vorbereiten. Und dann gibt es das erprobte Organisationsteam um Werner Beck. Der ist selbst schon seit etwa drei Jahrzehnten dabei und kann sich noch gut an die Anfänge erinnern. „Da saßen immer ein paar in der Backstube vom Dietmar Schaal zusammen und haben Salzkuchen gegessen“, erzählt er.

Dietmar Schaal war ein begnadeter Spendensammler

Das Ganze habe sich zu einem Fest entwickelt und irgendwie sei da immer Geld im Kässle übrig geblieben. Durch seine Kontakte wurde Dietmar Schaal mit Ursula Späth bekannt, die sich ihrerseits seit Jahrzehnten für Multiple-Sklerose-Erkrankte engagiert und eine Stiftung gegründet hat. Und so landete die ersten Spendengelder bei Amsel: „Der erste Betrag waren acht Mark und 15 Pfennig, das weiß ich noch genau“, sagt Werner Beck. Er ist heilfroh, wenn das Fest vorbei ist. Denn vor allem an einer Stelle fehlt Dietmar Schaal: „Er war ein unheimlich guter Spendensammler. Der ist auch sechs Mal zu den Leuten gegangen, da hat er nichts gekannt“, sagt Beck. Seine Sache sei das nicht, „aber ich kenne die Leute von der Amsel-Kontaktgruppe Rems-Murr. Die bekommen immer 20 Prozent der Spendengelder. Und deswegen mache ich das“, sagt Beck.

Dieses Jahr wird Volker Schebesta, Staatssekretär im Kultusministerium, das Grußwort sprechen und natürlich haben sich auch wieder Prominente aus Politik, Wirtschaft und Sport angekündigt. Wie es dann weitergeht? „Das wird man sehen. Aber ich habe das Gefühl, dass da etwas Neues entstehen könnte“, sagt Bürgermeister Stefan Breiter. Und was würde Dietmar Schaal am Freitag sagen? „Essat on trenkat, s’isch für d’Amsel“

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