Die Polizei hat das Gelände des Schramberger Gymnasiums am Dienstag mit mehr als hundert Kräften gesichert. Foto: SDMG

An drei Schulen und einer Klinik in Baden-Württemberg und Hessen ist am Dienstag Amokalarm ausgelöst worden. Offen ist, ob es eine Verbindung gibt.

Stuttgart - Gleich in vier Städten in Baden-Württemberg und Hessen haben am Dienstagmorgen Drohmails Großeinsätze der Polizei verursacht. In Schramberg (Kreis Rottweil), Offenburg (Ortenaukreis) und im hessischen Bad Nauheim waren Gymnasien von den Amokwarnungen betroffen. In Winnenden Rems-Murr-Kreis) ist im Zentrum für Psychiatrie (ZfP) eine Mail eingegangen, nach der angeblich ein gefährlicher Gegenstand auf dem Klinikgelände abgelegt worden sei.

In allen vier Fällen konnte die Polizei später Entwarnung geben, die angeblichen Gefahren gab es nicht. Ob die Mails alle vom gleichen Verfasser stammen, werde nun überprüft, teilt die Polizei mit. Nähere Angaben zu deren Herkunft machen die Ermittler nicht. Die anonymen Drohungen haben aber alle etwa zur gleichen Zeit – zwischen 7.30 und 8 Uhr – Alarm ausgelöst.

In Schramberg war die Lage am dramatischsten

In Schramberg scheint die Lage am dramatischsten gewesen zu sein. Dort waren laut einem Polizeisprecher mehr als hundert Beamte im Einsatz, darunter Spezialeinsatzkräfte und ein Hubschrauber. Die Schulleitung hatte die Polizei um 7.45 Uhr verständigt und schulintern Amokalarm ausgelöst. Die Lehrer schlossen sich daraufhin mit den 750 Schülern in den jeweiligen Klassenzimmern ein und blieben dort, bis die Polizei kurz vor Mittag Entwarnung geben konnte.

Danach wurden die Kinder in Bussen zu einer Sporthalle des Landkreises gebracht, einzeln registriert und danach ihren Eltern übergeben. Damit habe man verhindern wollen, dass die Schüler und ihre Angehörigen nach den Stunden in Unsicherheit auch noch von Journalisten bedrängt würden, erklärte ein Sprecher.

Die Nachricht vom Amokalarm hatte sich schnell herumgesprochen. Vor der Schule versammelten sich immer mehr besorgte Angehörige, die wissen wollten, was in der Schule vor sich ging. Die Schulleitung teilte am Nachmittag auf der Homepage des Gymnasiums mit, man gehe davon aus, dass am Mittwoch wieder Unterricht stattfinden könne. Die Schramberger Stadtverwaltung wollte keine Stellungnahme abgeben und verwies auf die Polizei.

Genauso hielt es die Stadt Offenburg. Dort war am Grimmelshausengymnasium, das gut 500 Schülern besuchen, eine anonyme Drohung eingegangen. An der Schule konnte der Unterricht aber ebenso stattfinden wie im hessischen Bad Nauheim. In beiden Städten überwachten aber zivile und uniformierte Polizisten bis zum späten Vormittag vor Ort die Lage.

Besorgte Angehörige sammelten sich vor der Schule

In Winnenden hat das neue Drohschreiben auch eine alte Wunde berührt. Dort hatte ein Amokläufer im Jahr 2009 an der Albertville-Realschule zwölf Menschen und im Park des Zentrums für Psychiatrie einen Mitarbeiter erschossen.

Am Dienstag durchsuchte die Polizei die Klinik allerdings vergeblich nach dem angekündigten gefährlichen Gegenstand. Während der Durchsuchung wurde an der Brandmeldeanlage außerdem ein Fehlalarm ausgelöst. Deshalb rückte auch noch die Feuerwehr aus.

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