Der Amoklauf von Winnenden beschäftigt noch heute die Justiz. Foto: dpa

Tim K. hat an seiner Schule in Winnenden ein Blutbad angerichtet. Der Streit um Schadenersatz beschäftigt die Justiz immer noch. Eine gütliche Einigung ist nur teilweise geglückt.

Winnenden - Nach der Stadt will nun auch die Versicherung der Eltern des Amokläufers von Winnenden einen Kompromiss im Streit um Schadenersatz akzeptieren. Der Vergleichsvorschlag des Stuttgarter Landgerichts werde angenommen, erklärte eine Sprecherin der Allianz am Freitag. Demnach soll die Kommune im Rems-Murr-Kreis 400 000 Euro erhalten. Der Gemeinderat hatte dies bereits am Dienstagabend gebilligt. Ursprünglich hatte Winnenden mehr als fünf Millionen Euro gefordert, um den Schaden des Amoklaufs ersetzt zu bekommen.

Hingegen ist eine gütliche Einigung zwischen den Eltern von Tim K. und der Unfallkasse Baden-Württemberg nicht zustande gekommen. Die Eltern sollten demnach bis zu 100 000 Euro zahlen. Der in dem Vergleichsvorschlag vorgesehene Betrag decke nur einen Teil der bisher aufgelaufenen Kosten und künftig erwarteten Aufwendungen der Unfallkasse ab, teilte ein Sprecher mit.

Der Anwalt der Eltern wollte den Vorgang auf Anfrage nicht kommentieren. Der Unfallversicherungsträger verlangte in dem Zivilprozess eigentlich eine Million Euro. Dabei geht es um Kosten für Heilbehandlungen bei Schülern, Eltern und Lehrern. Der 17-jährige Tim K. hatte 2009 in Winnenden und Wendlingen 15 Menschen und sich selbst erschossen. Die Tatwaffe hatte der Vater, ein passionierter Sportschütze, unverschlossen im Schlafzimmer aufbewahrt. Er ist deswegen zu einer 18-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Die Kommune machte ursprünglich 5,3 Millionen Euro geltend. Sie will durch die Tat entstandene Kosten ersetzt bekommen, beispielsweise für den Schulneubau und Schäden am alten Gebäude der Realschule. Vor dem Start des Zivilprozesses hatte es schon außergerichtliche Vergleichsverhandlungen gegeben. Da kam aber keine Einigung zustande.

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