Am Bahnhof in Herrenberg wartet man vergeblich auf die Ammertalbahn. Foto: tefanie Schlecht

Nachdem die Schönbuchbahn den Betrieb vorläufig eingestellt hat, wackelt auch die Ammertalbahn von Tübingen nach Herrenberg. Es gibt zu wenige Triebwagen.

Die Chefin des Zweckverbands Ammertalbahn macht aus ihrem Ärger über die DB Regio kein Geheimnis. „Gerade hatten wir das Vertrauen unserer Fahrgäste wieder gewonnen, und nun das“, sagt Sarah Wüstenhöfer. Seit vergangenem Mittwoch müssen die Pendler von Tübingen nach Herrenberg mit deutlichen Verspätungen und Zugausfällen rechnen.

 

Den Grund sieht Sarah Wüstenhöfer bei ihrer Vertragspartnerin, der DB Regio. Denn dieses Unternehmen erklärt, dass aufgrund der kalten Witterung mehr Fahrzeuge ausgefallen seien als sonst und dass durch den Umbau beim Bahnhof Ulm weniger Triebwagen dorthin zur Wartung gefahren werden könnten. Stattdessen müssten die Triebwagen bis nach München gebracht werden.

Aktuell fehlen nach Angaben von Sarah Wüstenhöfer drei Fahrzeuge, damit die Ammertalbahn ohne Zugausfälle betrieben werden kann. Ein Bahnsprecher sagt dazu, dass in diesem Winter besonders viel gestreut wurde, weswegen Split die Türen verklemmt habe, und dass wegen der großen Kälte die Toiletten eingefroren seien. Wenn ein Zug dann nach München müsse zur Wartung, dann würde der eben zwei Tage lang ausfallen. Die Erklärungen der DB Regio will Sarah Wüstenhöfer nicht gelten lassen, schließlich müsse dieses Unternehmen abschätzen können, dass die Fahrzeuge im Winter eher ausfallen würden und „dann erwarte ich Vorschläge, wie man mit dem Problem umgeht, und zwar im Vorhinein und nicht erst, wenn die Züge ausgefallen sind.“

Zerstörtes Vertrauen

Von zerstörtem Vertrauen spricht auch der Tübinger Landrat Hendrik Bednarz und davon, dass es durch das „miserable Fahrzeugmanagement von DB Regio“ erneut zerstört worden sei. Damit meint er die Einführung der so genannten Insellösung im vergangenen Jahr. Bis dahin hatten die Züge der Ammertalbahn, die von Reutlingen gekommen waren, immer inakzeptable Verspätungen gehabt, bis die Fachleute auf die Idee gekommen waren, die Zuglinie in Tübingen zu trennen. Damit wurden die Verspätungen nicht nach Herrenberg durchgereicht und man war damit sprichwörtlich gut gefahren. Die Akzeptanz der Ammertalbahn sei deutlich gestiegen, sagt auch Sarah Wüstenhöfer, bis jetzt.

Besonders schmerzt es die Verantwortlichen, dass die Zugausfälle ausgerechnet auf das Ende der Schulferien und den Beginn des Unterrichts fallen, und dass es nicht einmal einen genauen Fahrplan für den Schienenersatzverkehr gibt.

Kein fester Fahrplan

In einer Pressemitteilung heißt es: „Bei kurzfristig eingesetztem Busnotverkehr können keine geplanten Abfahrtszeiten veröffentlicht werden, da die Situation von verschiedenen Faktoren abhängig ist, wie die Anzahl der vorhandenen Busse und die Anzahl und der Abfahrtstermin der ausfallenden Züge. Daher wird von Donnerstag, 15. Januar, an ein zusätzlicher Bus verkehren, den der Zweckverband zur Verfügung stellt und der vor allem am Morgen die Schüler mitnehmen soll.“

Von Montag, 19. Januar, an können nach aktuellem Stand wieder alle Züge der Ammertalbahn fahren. Trotzdem bleiben als zusätzliche Sicherung vor allem wegen des Schülerverkehrs die Ersatz-Busse noch auf der Strecke.