Wie die American Footballer aus Kornwestheim das Derby gegen die Ludwigsburg Bulldogs mit 7:3 gewinnen und was einen Abschied besonders macht.
American Football kann auch spektakulär sein, wenn wenig Punkte erspielt werden. Bestes Beispiel war das Oberliga-Derby am Samstag zwischen den Kornwestheim Cougars und den Ludwigsburg Bulldogs. 7:3 (00:00, 00:00,07:03, 00:00 ) endete die Partie vor 350 Zuschauern im Kornwestheimer Stadion, die sich trotz zurückhaltender Offensivszenen bestens unterhalten fühlten.
Die Defense wurde in der Begegnung bei beiden Mannschaften zum wertvollesten Element – am Ende waren die Kornwestheimer dann noch einen Tick besser. Für dieses Match wurde wohl auch der Begriff Abwehrschlacht erfunden.
Team der Kornwestheim Cougars zeigt sich im Derby gegen Ludwigsburg Bulldogs mental stabil
„Großes Lob an die Defense. Sie war von Anfang im Spiel und ließ keinen Touch Down zu obwohl die Startposition der Drives stets schwierig waren“, lobte Defense Koordinator Alexander Bruder das Team. Zur Halbzeit stand es noch 0:0 – auch weil die Cougars das Mantra verinnerlicht hatten – statt die Partie mit riskanten Aktionen gewinnen zu wollen – und sie gegebenenfalls zu verlieren versuchten sie die gegnerische Hälfte möglichst ohne Ballverluste zu erreichen.
Die Ludwigsburger wiederum übten enormen Druck auf die Line und den Quarterback aus. „Durch diesen konstanten Pass‑Rush und die aggressiven Box‑Looks war Raumgewinn kaum möglich, sowohl im Laufspiel als auch in kurzen Passkonzepten“, sagte Offense Koordinator Daniel Sassman. Die Formation blieb jedoch mental stabil und ließ die ersten gegnerischen Punkte erst im dritten Quarter zu, als die Bulldogs mit einem Fieldgoal mit 3:0 in Führung gingen. Oft war es ein Manko im Spiel der Cougars, dass sie zu viele Chancen liegen lassen – diesmal war sie zur Stelle und schlugen zurück.
Die Defense der Kornwestheim Cougars bereitet auch die Führung vor
Die spielentscheidende Szene lieferte dabei ebenfalls die Defense: Eine starke Fumble Recovery durch Justin Polito brachte die Kornwestheimer tief in die gegnerische Hälfte und verschaffte der Offense endlich eine kurze Feldposition. Diese Chance nutzte das Team konsequent: Ein langer Pass über die rechte Seite von Quarterback Carlos Verduzco, der auch sonst einen sehr umsichtigen Auftritt hinlegte, verwertete Tim Beutenmüller zum Touchdown.
Doch es kam noch besser: Jannik Lacic legte noch einen Punkt drauf zur 7:3-Führung und dreht das Momentum auf die Seite der Cougars. „In den letzten beiden Minuten konnte ich nicht mehr hinschauen“, sagte Headcoach Andreas Geibel.
Entscheidenden Anteil am ersten Saisonerfolg nach zwei Niederlagen hatte auch Jan Dühring, der in der vorletzten Minute einen möglicherweise spielentscheidenden Pass der Ludwigsburger abfing und mit dieser Aktion half den Vorsprung zu verteidigen. Es war der letzte Auftritt des Defenseliners, der seine aktive Karriere nach neun Jahren nach dem Derby beendet, der Mannschaft aber als Sponsor weiter erhalten bliebt .
Drei Auswärtsspielen folgen vier Heimspiele
In einem starken Kollektiv stachen auch noch Jakob Zeeh und Axel Kilgus heraus. „Es war wichtig, dass wir gegen einen Favoriten ein Spiel auf Augenhöhe auch mal gewinnen“, sagt Headcoach Andreas Geibel. dazu hätte aber auch ein bisschen Glück gehört, denn so ein Spiel könne auch schnell kippen. Zudem sei der Support der Zuschauer stark gewesen und die emotionale Geschlossenheit in der Mannschaft. „Und man hat auch gesehen, wie wir uns in den vergangenen drei Wochen weiter verbessert haben“, sagt Geibel. In sei alles sehr eng beieinander und man sei froh, den Anschluss geschafft zu haben.
Die Fans müssen sich jetzt gedulden bis die Kornwestheim Cougars wieder auf heimischen Geläuf antreten. Jetzt folgen drei Auswärtsspiele binnen drei Wochen in Schwäbisch Hall, Ravensburg und Tübingen, ehe man sich auf vier Heimspiele freuen darf.