Microsoft hat sich Amazon angeschlossen und will der Polizei vorerst keinen Zugang zu seiner Gesichtserkennungssoftware gewähren. Foto: dpa/Ted S. Warren

Die beiden Tech-Riesen Amazon und Microsoft haben beide beschlossen, den US-Polizeibehörden vorerst keinen Zugang zu ihrer Gesichtserkennungssoftware zu gewähren. Hintergrund ist die mögliche Nutzung für Diskriminierung und Rassismus.

Washington - Nach Amazon hat auch der US-Technologiekonzern Microsoft angekündigt, der Polizei vorerst keinen Zugang zu seiner Gesichtserkennungssoftware zu gewähren. Konzernchef Brad Smith sagte am Donnerstag, Microsoft habe die Technologie bislang nicht an die Polizei verkauft. Dies werde sich solange nicht ändern, bis ein auf „Menschenrechten“ basierendes Gesetz den Umgang mit solcher Software regle. Hintergrund sind Sorgen vor einer möglichen Diskriminierung von Schwarzen und anderen Minderheiten.

„Wir werden Gesichtserkennungstechnologie solange nicht an Polizeibehörden in den USA verkaufen, bis es ein nationales Gesetz gibt, das auf Menschenrechten basiert und diese Technologie reguliert“, sagte Smith bei einer Veranstaltung der Zeitung „Washington Post“. Beim Einsatz der Technologie müssten die Menschenrechte gewahrt werden.

Kritik von Aktivisten

Zuvor hatte Amazon der US-Polizei die Anwendung seiner Gesichtserkennungssoftware bis auf Weiteres untersagt. Mit dem Schritt reagierte Amazon auf die Kritik von Aktivisten, die sich für die Rechte von Minderheiten einsetzen. Sie warnen, Gesichtserkennungssoftware sowie Beobachtungskameras von Amazon könnten von den US-Behörden für diskriminierende Maßnahmen gegen Afroamerikaner und andere Minderheiten missbraucht werden.

Die öffentliche Diskussion um die Diskriminierung von Schwarzen und anderen Minderheiten hatte in den vergangenen Wochen nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz stark an Fahrt gewonnen. Landesweit fanden Proteste gegen Rassismus statt.

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