In der Tradition von Olympiasiegern trainieren die jungen Foto: privat

Der 1. Stuttgarter Amateur-Schwimm-Klub blickt auf 119 Jahre Vereinsgeschichte zurück.

Stuttgart-Feuerbach - Es war in den frühen Amtsjahren von Kaiser Wilhelm II., als ein Fechtmeister, ein Buchbinder, ein Bildhauer, ein Architekt, ein Zeichner, ein Kaufmann und ein Xylograph einen der ersten Schwimmvereine Süddeutschlands gründeten. Am 28. September 1893 riefen die sieben Herren den 1. Stuttgarter Amateur-Schwimm-Klub (ASK) ins Leben. 119 Jahre später ist der Schwimmverein aus Süd zwar bei weitem keine Rarität mehr, aber nach wie vor eine feste Größe für Wassersport in der Landeshauptstadt.

Heute lenken eine Steuerberaterin und ein ehemaliger Konditormeister die Geschicke des ASK. Die 37-jährige Sandra Schwarz ist Vorsitzende, der 79-jährige Gerd Schwäkendiek ihr Stellvertreter. Bis vor kurzem war es noch genau andersherum, bei den letzten Wahlen Ende März hat das Führungsduo Posten getauscht. Auch wenn unter dem Dach des Amateur-Schwimm-Klubs heutzutage keine Olympiasieger mehr schwimmen wie einst Max Hainle (Gold im Jahr 1900 in Paris), auch wenn die Mitgliederzahlen nicht mehr vierstellig sind wie zu den Hochzeiten Anfang der 1920er-Jahre, die Vorsitzenden sehen keinen Grund, über die Gegenwart zu klagen. „Wir sind nach wie vor gut aufgestellt“, befindet Gerd Schwäkendiek.

Die meisten ASK-Mitglieder sind Schwimmer

Der sportliche Kern des Stuttgarter Amateur-Schwimm-Klubs ist derselbe wie zu Gründungstagen. Die meisten ASK-Mitglieder sind Schwimmer, rund die Hälfte davon zurzeit Jugendliche. Für die Erfolge waren aber in den vergangenen Jahren meist die Erwachsenen zuständig, vor allem die über 60-Jährigen des Vereins nehmen regelmäßig an Deutschen Meisterschaften teil und gewinnen Medaillen.

„Das Ziel im Kinder- und Jugendbereich ist, dass die Kinder Schwimmen lernen und Spaß daran haben“, sagt Sandra Schwarz. Die Jüngeren messen sich vor allem bei internen Wettkämpfen, zum Beispiel bei den Jugend-Vereinsmeisterschaften. Neben der Schwimmabteilung verfügt der ASK aber auch noch über eine zweite Sparte. „Montags ist im Heslacher Stadtbad Wasserballtraining“, erzählt die Vereinsvorsitzende. „Aber im Moment haben wir hier keine Mannschaft im Spielbetrieb.“

Um als Verein ein so stattliches Alters zu erreichen, wie es der ASK erreicht hat, darf auch der außersportliche Bereich nicht vernachlässigt werden. „Wir machen immer an Himmelfahrt einen Vereinsausflug“, berichtet Schwarz. „Dieses Jahr waren wir am Bodensee.“ Als Höhepunkt für die Jugendlichen gehe man außerdem jedes Jahr an einen See zum Wasserski-Fahren. „2013 steht dann unser 120. Geburtstag an, den wir natürlich groß feiern wollen“, so die 37-Jährige. „Und fünf Jahre danach kommt auch schon der 125-Jährige.“

Viele der Jugendlichen hören auf, wenn sie erwachsen werden

Wenn dem Vorstandsduo des Amateur-Schwimm-Klubs doch etwas Sorgen bereitet, dann ist es vielleicht die aktuelle Altersstruktur des Vereins. „Während sie in der Gesellschaft immer mehr einem Pils gleicht, sieht sie bei uns eher aus wie eine Sanduhr“, sagt Sandra Schwarz. Es gibt viele jugendliche Mitglieder und viele ältere Erwachsene, aber vor allem im Bereich der mittleren Altersgruppe der 20- bis 40-Jährigen sehe es dünn aus.

„Viele unserer Kinder und Jugendlichen hören auf, wenn sie erwachsen werden, weil sie woanders eine Ausbildung machen oder studieren gehen“, sagt die Vereinsvorsitzende. „Hier wollen wir versuchen, etwas zu verändern.“ Seit Herbst 2011 bietet der ASK zur Anpassung der Altersstruktur seiner Mitglieder zum Beispiel Kurse für Erwachsene zur Verbesserung der Schwimmtechnik an. Schwarz: „Die sind gut besucht und wir hoffen, dass einige der Teilnehmer bei uns bleiben.“

1. Amateur-Schwimm-Klub:

Anschrift: Berthold-Brecht-Straße 7, 70469 Stuttgart
Telefon: 0711/816755
Mail: info@ask-stuttgart.de
Homepage: www.ask-stuttgart.de
Vorsitzende: Sandra Schwarz Gründungsjahr: 1893 Mitgliederzahl: 253 Abteilungen: Schwimmen, Wasserball

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