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Der ehemalige Regierungschef Baden-Württembergs, Stefan Mappus, und der Stuttgarter Ex-OB Wolfgang Schuster waren sich nie grün. Dass sie auch am „Schwarzen Donnerstag“ aneinanderrasselten, wollte das Staatsministerium wohl nicht öffentlich werden lassen.

Der ehemalige Regierungschef Baden-Württembergs, Stefan Mappus, und der Stuttgarter Ex-OB Wolfgang Schuster waren sich nie grün. Dass sie auch am „Schwarzen Donnerstag“ aneinanderrasselten, wollte das Staatsministerium wohl nicht öffentlich werden lassen.

Stuttgart - Am Tag der eskalierten Räumung des Schlossgartens für die Baustelle des Bahnprojekts Stuttgart 21 hat es Differenzen zwischen dem damaligen Ministerpräsidenten Stefan Mappus und dem damaligen Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (beide CDU) gegeben.

Die „Stuttgarter Zeitung“ hatte am Donnerstag berichtet, dass Mappus Schuster nach Aussagen von Teilnehmern „rundgemacht“ habe, weil dieser den Verlauf des Polizeieinsatzes bedauert habe. Laut dem Blatt wollte das Staatsministerium dem ersten Untersuchungsausschuss des Landtags zum Polizeieinsatz im Schlossgarten die Information über die Zusammenkunft vorenthalten.

Nach dpa-Informationen hatte Mappus Schuster am 30. September 2010 bei einem abendlichen Treffen hochrangiger Vertreter des Bahnprojektes, von Werbestrategen und Politikern wegen einer Demogenehmigung gerügt.

Mappus und Schuster hatten nie ein spannungsfreies Verhältnis

Es habe aber bei dem schon lange geplanten Treffen, das eigentlich die Werbung für das Milliardenvorhaben habe thematisieren sollen, keine Verbalattacken gegen Schuster gegeben. Der Polizeieinsatz war als „Schwarzer Donnerstag“ bekanntgeworden. 130 Demonstranten und 34 Polizisten wurden damals nach Angaben des Innenministeriums verletzt. Grund für Mappus’ Beschwerde: Die Stadt hatte eine Schülerdemonstration gegen Stuttgart 21 mit Endpunkt Schlossgarten just an dem Tag genehmigt, an dem die Bäume im Stuttgarter Talkessel für das S-21-Grundwassermanagement gefällt werden sollten. Den Anfangspunkt des eskalierten Polizeieinsatzes bildeten Konflikte zwischen Schülern und Beamten.

Schuster selbst hatte Anfang 2013 angegeben, er habe am „Schwarzen Donnerstag“ erstmals an Mappus’ Befähigung zum Regierungschef gezweifelt. Er sei „sehr betroffen“ gewesen, dass dieser auf seinen Appell zur Mäßigung unangemessen reagiert haben.

Der rigorose Mappus und der feinsinnige Schuster hatten nie ein spannungsfreies Verhältnis. Im Frühjahr 2011 hatte Mappus vor Journalisten gesagt, er rechne damit, dass Schuster nicht für eine dritte Amtszeit in Stuttgart antrete - wohl wissend, dass Schuster sich zu seiner Zukunft erst fast ein Jahr später äußern wollte. Zudem hatte Mappus den Zustand der Stuttgarter Schulen sowie das Management Schusters im Stuttgart-21-Konflikt kritisiert - sich später aber dafür entschuldigt.

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