Kiosk RuLeTa bei den Proben mit Bühnenbild Foto: Krayer/Krayer

Die Pianistin, Sängerin und Komponistin Russudan Meipariani kommt mit dem Trio Kiosk RuLeTa an diesem Samstag ins La Lune in Gablenberg.

Kioske spielen hier nur noch eine untergeordnete Rolle in der Versorgung der Bevölkerung. In osteuropäischen Ländern, etwa in Georgien, ist das noch anders: Da gibt es sie überall als typischen Tante-Emma-Laden. Und aus Georgien stammen die Musikerinnen Russudan Meipariani und Tamriko Kordzaia. Anfang der 1990er Jahre haben sie ihre Heimat verlassen, leben heute in Stuttgart und Zürich. Die Musik ihrer Heimat haben sie bewahrt, aber betrachtet mit den Augen von heute und den vielen Möglichkeiten, die sich klanglich anbieten.

Musikalische Fundstücke

Da entsteht auch für uns hiesige Hörer eine faszinierende Melange, die Meipariani immer wieder in Auftritten in Stuttgart vorstellt. Für ihr Konzert an diesem Samstag im Theater La Lune um 20 Uhr im Stuttgarter Osten hat sie sich was Besonderes einfallen lassen: Sie präsentiert den musikalischen Kiosk RuLeTa. Zusammengesetzt aus den ersten Silben ihrer Vornamen stellen Meipariani mit Kordzaia und der Sängerin Lena Kiepenheuer einige musikalische Fundstücke vor, die es so nur in einem liebevoll gehegten Kiosk geben kann und nicht in einem großen Warenhaus. Für diese Idee konnten die drei auch Sophie Krayer begeistern, die für jedes der Stücke dieses Abends ein Bühnenbild entwickelt hat.

Traumversponnen und theatralisch

Im La Lune singen und spielen Meipariani, Kordzaia und Kiepenheuer Stücke von Janacek, Nono und Kagel, auch von Meipariani selbst. Das sind zum Teil sehr poetisch-traumversponnene Musiken, zum Teil setzen sie auch auf theatralische Aspekte. Als freischaffende Musikerinnen sind sie viel unterwegs, begegnen sich immer wieder im In- und Ausland. Jetzt freuen sie sich, mit Kiosk RuLeTa ein gemeinsames Projekt realisieren zu können, das sie mit der finanziellen Hilfe von Schweizer Stiftungen auf zehn Stationen vorstellen, quer durch die Schweiz nach Tiflis, der Hauptstadt von Georgien. Der Auftritt im La Lune ist der einzige in Deutschland.