Mit Begeisterung bauen sich Mountainbiker einen Waldtrail. An einem Tag schaffen sie 200 Meter. Foto: Jürgen Schäfer

Für den Waldtrail von Heiningen und Eschenbach engagieren sich viele begeisterte Mountainbiker. Geschafft wird bei Arbeitseinsätzen und auf Zuruf unter der Woche. Das Angebot soll auch Touristen locken.

Heiningen - Ein stilles Tal führt zu dem Hang, der im Winkel von Fuchseck-Massiv und Sielenwang liegt. Heiningen ist weit weg. Rechts verläuft der Kamm, auf dem der Ort Lotenberg sitzt. Aber es ist Heininger Gemeindewald, der sich von diesem Bachtal bis hoch zum Auendorfer Sattel erstreckt.

 

Wanderwege führen hinauf. Und entlang dieser Wege werden die Freunde des Mountainbikes künftig ihre Freude haben. Denn da legen die Nachbargemeinden Heiningen und Eschenbach, die im Verband so vieles gemeinsam machen, einen Waldtrail an. Die Trasse hat der Förster Christoph Reich ausgetüftelt, kein einziger Baum muss fallen. Und jetzt sind die Biker gefragt, die Trasse zu bauen.

Jugendliche und Erwachsene arbeiten zusammen

Das tun sie längst. Gab es im Verband Heiningen-Eschenbach noch skeptische Stimmen, ob sich die Nutzer auch engagieren für das, was man ihnen bieten will, so hat sich das in Wohlgefallen aufgelöst.

Treffpunkt am Fuß des Hangs: Über Whatsapp, Bürgerapp und andere Kanäle hat man für den Arbeitseinsatz getrommelt. Zehn, zwölf Jugendliche und Erwachsene sind ihm gefolgt. Sie kommen mit Rechen, Hacke und Schaufel, und es gibt auch ein Spezialwerkzeug, das alles kann: rechen, hacken, einebnen.

Mit dabei sind heute auch beide Bürgermeister. Thomas Schubert (Eschenbach) nicht zum ersten Mal, und wie Norbert Aufrecht (Heiningen) ist er selbst ein Mountainbiker. Förster Reich ebenfalls. Die Bürgermeister haben in ihren Gremien für den Trail geworben und sehen dafür gute Gründe. Ein legales Angebot trage dazu bei, dass weniger illegale Schanzen im Wald gebaut würden. Ein Trail sei heute ein Freizeitangebot von jung bis alt, und auch was für Mädchen, sagt Aufrecht. Und beide sehen in den Alpen, wie Trails Zulauf haben. „Die Biker sind im Sommer in den Bergen“, sagt Aufrecht. Schubert zeigt Bilder vom Stilfser Joch. Er ist einer, der den Alpencross fährt, schon seit vielen Jahren.

Aus Waldboden wird eine Piste

Los geht’s. Angenehm kühl ist es im Wald, aber die Jungs und Männer werden noch ins Schwitzen kommen. Es geht ein gutes Stück weit bergauf, um eine Kehre herum, und dann kreuzt die Trasse. Wer das Auge dafür hat: Von links kommt der Waldtrail aus dem Hang heraus auf den Wanderweg, ein Stück weiter unten verschwindet er wieder im Wald. Wie blank gefegt ist die Trasse, und das ist der Job der Trailbauer: Sie müssen aus dem Waldboden eine Piste machen.

Raus mit den Rechen, das bodendeckende Grün wird weggekämmt. Nicht schmal, nicht breit, wird so eine Spur durch den Wald gekratzt und geschabt. „Anstrengend“, sagt Mika Ehrmann aus Heiningen. Bodenwellen hat die Natur hier vorgegeben, es geht runter und rauf durch Senken und dann richtig runter, kleine Abstürze zur nächsten Stufe. In langen Schwüngen folgt die Trasse dem Verlauf der Wanderwege.

Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: Der erste legale Mountainbike-Trail im Kreis

Nur noch 400 Meter haben die Trassenbauer an diesem Morgen vor sich. 400 von 2100 Metern. Soviel ist schon geschafft. Nicht nur bei den Arbeitseinsätzen. Es gibt auch die Trailbau-Aktionen unter der Woche, die auf Initiative von Helfern laufen. Da schickt einer eine Nachricht ins Netz: um drei an der Baustelle, wer macht mit? Es finden sich dann immer Mitstreiter, erzählt Dominik Staudacher aus Eschenbach. Wie schnell man vorankommt? „Mit zehn Leuten schafft man 200 Meter in fünf Stunden“, sagt Alexander Weltsch aus Heiningen. An einem Tag. „Aber da muss man ranklotzen.“

Rund 30 Trailbauer sind am Werk

„Eigentlich kommen immer andere bei den Einsätzen“, weiß der Eschenbacher Schultes. Insgesamt könnten es 30 sein, schätzen die Jungen und Männer vom „harten Kern“. Es packen nicht nur Eschenbacher und Heininger für „ihren“ Trail an. Christoph Rau kommt aus Geislingen. „Wenn hier schon eine legale Strecke gebaut werden kann, muss man das unterstützen“, sagt er.

Sogar Stuttgarter haben hier schon geholfen. Das sind Kollegen von Lukas Fendt, der hier als Chef an der Baustelle gilt. Fendt ist noch einmal mehr Fachmann als alle anderen, weil er schon seit 17 Jahren bei den Bone Fackers ist, dem Mountainbikeverein von Bad Boll, der auch einen Trail am Boller Albtrauf hat.