Altkreis Leonberg Wohin mit Kleidung, Essen oder freier Zeit?

Von Ulrike Otto 

Im Enzkreis, wie hier in Wimsheim, kümmert sich der Verein Miteinanderleben um Flüchtlinge. Foto: LKZ
Im Enzkreis, wie hier in Wimsheim, kümmert sich der Verein Miteinanderleben um Flüchtlinge. Foto: LKZ

Es gibt unzählige Möglichkeiten, wo und wie sich Leute für andere einsetzen können. Hier ein Überblick und die nötigen Adressen im Altkreis Leonberg.

Altkreis Leonberg - Auch mit kleinen Gesten kann Großes erreicht werden. Die Hilfe, die benötigt wird, ist vielfältig.

Kleidung: Die Unterstützerkreise und Betreiber der Flüchtlingsunterkünfte bitten darum, von Kleiderspenden direkt bei den Einrichtungen abzusehen. Diese sollen im Diakonie-Kontaktladen oder bei der DRK-Kleiderkammer Leonberg (alle Adressen rechts) abgegeben werden. Angenommen werden neben gut erhaltener Kleidung und Schuhen auch Heimtextilien, Haushaltsgeräte und Dekorationen. Nicht angenommen werden Möbel und Elektrogeräte. Ausgenommen davon sind Sachen für Kinder wie Kinderwagen, Spielzeug oder Hochstühle. An Kleidung werden vor allem Wintersachen benötigt.

Essen: Hier greift das gleiche Prinzip – Spenden diesmal beim Tafelladen in Leonberg abgeben. Großen Bedarf gibt es hier vor allem an lange lagerbaren Lebensmitteln wie Nudeln oder Konserven, an Hygieneartikeln und Windeln und auch an Schreibwaren. Eine weitere Möglichkeit zu spenden sind die Erntedank-Tafeln der Kirchen, die bald wieder gedeckt werden.

Möbel: Hier ist es momentan am schwierigsten. Nach Auskunft der Arbeitskreise besteht derzeit nirgendwo die Möglichkeit, Möbel zu lagern. Viele Dinge würden direkt per Telefon angeboten, könnten aber nicht immer berücksichtigt werden. Zudem sind die vom Kreis betriebenen Gemeinschaftsunterkünfte mit dem nötigen Mobiliar bereits ausgestattet. In Böblingen gibt es die gemeinnützige GmbH Femos Möbelhalle, die gespendete Möbel aufbereitet und günstig an Bedürftige verkauft.

Sprache: Bei Deutschkursen besteht mit Abstand der größte Bedarf. Gesetzlich haben Flüchtlinge erst einen Anspruch auf einen bezahlten Deutschkurs, wenn sie eine Aufenthaltserlaubnis oder eine Duldung haben, sprich das Asylverfahren abgeschlossen ist. Der Landkreis bietet jedoch in Zusammenarbeit mit den Volkshochschulen und vielen Ehrenamtlichen bereits vorher Kurse an. Dazu werden immer Lehrer im Ruhestand oder Menschen mit vergleichbarem Hochschulstudium gesucht.

Am besten bei der nächsten Flüchtlingsunterkunft nachfragen (siehe Kontakte). Dazu werden auch Übersetzer benötigt, von Englisch und Französisch über Arabisch und Farsi bis hin zu den Sprachen des Balkans.

Begleitung: Menschen können auch helfen, indem sie ihre Zeit und ihr Wissen zur Verfügung stellen. Sie können die Flüchtlinge bei Behördengängen oder Arztbesuchen begleiten, ihnen zuhören oder einfach nur Zeit mit ihnen verbringen. Einige Arbeitskreise vermitteln Patenschaften – auch für ganze Familien.

Freizeitangebote: Viele Sportvereine haben bereits Angebote für Flüchtlinge. Dazu gibt es etwa in Renningen Spielenachmittage für Kinder. In der Leonberger Gartenstadt werden Einheimische gesucht, die beim Willkommenscafé Zeit mit den Flüchtlingen verbringen. Wer eine Idee hat, kann sich an den nächstgelegenen Unterstützerkreis wenden, damit Angebote gemeinsam erarbeitet werden können.

Privatwohnungen: Der Landkreis Böblingen mietet derzeit auch private Wohnungen oder Ferienwohnungen an, um Asylbewerber unterzubringen, da die kreiseigenen Unterkünfte in der Regel voll sind. Gleiches bieten auch die meisten Kommunen an.

Gastfamilien: Das Jugendamt des Kreises betreut auch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Derzeit gebe es für diese genügend Gastfamilien. Allerdings kann sich dies von Woche zu Woche ändern.

Lesen Sie jetzt