Aus 60 Metern Tiefe wird in Sipplingen Foto: dpa

Die Preise in den Kommunen sind seit zwei Jahren weitgehend stabil. Am wenigsten zahlen die Bürger in Weissach, Wimsheim, Gerlingen und Ditzingen. Allerdings steigt vielerorts der Verbrauch durch Unternehmensansiedlungen.

Altkreis Leonberg - Wasser ist Leben. Nicht nur für Mensch und Tier oder Pflanzen. Ohne die Bodensee-Wasserversorgung, die 1954 gegründet worden ist, hätte sich die Metropolregion Stuttgart niemals so entwickeln können. Seit 1958 fliest nun Wasser aus dem „schwäbischen Meer“ auch durch die heimischen Wasserhähne. Vielerorts wird es mit dem aus eigenen Quellen vermischt.

Leonberg, das zu den Gründungsmitgliedern des Verbandes gehört, hätte bei einer Versorgung nur aus eigenen Quellen gerade mal 10 000 Einwohner haben dürfen, hat OB Bernhard Schuler vorgerechnet. Der Preis, den die Leonberger für ihr Trinkwasser zahlen, liegt nur leicht über dem Landesdurchschnitt: 2,09 Euro pro Kubikmeter, dazu eine monatliche Grundgebühr von 3,75 Euro. Im Schnitt sind es 2,07 Euro für den Kubikmeter und 3,24 Euro Grundgebühr. Die Preise für Trink- und Abwasser werden in jeder Kommune von Verwaltung und Gemeinderat selbst festgelegt.

Die meisten Gemeinden im Altkreis Leonberg liegen unter dem Mittelwert für Baden-Württemberg (siehe Tabelle). Teurer ist es nur noch in Weil der Stadt sowie beim Grundpreis in Rutesheim. In der Kep­lerstadt sind die Preise von 2014 zu 2015 ordentlich angehoben worden. Der Kubikmeter verbrauchtes Wasser kostet dieses Jahr nun 32 Cent mehr, die Grundgebühr stieg aber um 2,41 Euro. Weissach, Mönsheim und Ditzingen haben den Verbrauchspreis nur um einige Cent erhöht. Renningen hat bei der Grundgebühr draufgepackt.

Am günstigsten in der Region ist es in den Kommunen Weissach, Wimsheim, Gerlingen und Ditzingen. In Gerlingen zahlen die Einwohner sogar überhaupt keine Grundgebühr. Zumindest in der Strudelbachkommune wird es bald eine Preiserhöhung geben. Dafür bekommen die Weissacher aber auch weicheres Wasser. Denn das, was bisher im Wasserwerk in Flacht aus dem Boden gepumpt wird, ist zum Teil extrem hart – in Weissach 26 und in Flacht gar 30 Grad Deutscher Härte, was ziemlich viel ist. Erst ab dem Wert von etwa sieben Grad abwärts spricht man von „weich“. Für zwei Millionen Euro soll in Flacht nun entsprechend umgebaut werden. Der Preis für einen Kubikmeter Trinkwasser könnte dann um 40 Cent steigen – für einen durchschnittlichen Haushalt wären das 100 bis 150 Euro mehr pro Jahr.

Ein Grund für den Umbau ist auch der gestiegene Wasserverbrauch in Weissach von bis zu 100 000 Kubikmetern. Das liegt nicht zuletzt auch am wachsenden Porsche-Entwicklungszentrum.

Ähnliches gilt für Renningen. Mit dem Bau des Bosch-Campus, aber auch die neue n Wohngebiete, ist der Bedarf gestiegen. Die Aufbereitungsanlage Mönchs­loh musste ohnehin erneuert werden, weil es Pro­bleme mit dem Quellwasser gegeben hatte. Wenn die Anlagen also ohnehin ausgetauscht werden müssen, lassen sich die Gerätschaften zur Wasserenthärtung auch wesentlich kostengünstiger einbauen. In Renningen war das dann für einen Aufpreis von 250 000 Euro möglich, während die neue Filteranlage mit vier Millionen Euro zu Buche geschlagen hat. Davon profitiert nun auch die Nachbarstadt Rutesheim.

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