Hatten 2014 im Altkreis die Nase, äh, den Namen vorn: Ben und Marie. Foto:  

Ben und Marie sind die beliebtesten Vornamen 2014. Aber auch Maria, Sophie und Sophia liegen bei den neugeborenen Mädchen vorn. Bei den Jungen sind Lukas, Noah und David gefragt. Eine Betrachtung mit Augenzwinkern.

Altkreis Leonberg - Es ist die wichtigste Entscheidung, die Eltern für ihren Nachwuchs wohl treffen können: der Vorname. Das wissen wir nicht erst, seit „Chantalismus“ eine anerkannte Behinderung ist und im Duden steht. Oder seit die Kevins dieser Welt eine durch zahlreiche Studien belegte Benachteiligung erfahren. Der Vorname: er ist Statussymbol und Sozialprognose in einem. Ein Casper ist schließlich kein Zappelphilipp. Und Max und Moritz sind schon längst keine bösen Buben mehr, sondern kreuzbrave Mittelschicht-Söhnchen.

Waren 1950 noch Peter und Brigitte der Renner oder 1960 Thomas und Sabine, so krönten 1991 Kevin und Lisa die Namens-Hitparade. Danach wandelte sich der Buchstaben-Geschmack der Eltern. Weg vom individualistischen anglo-französischen Zungenbrecher hin zum klassisch-biblisch-deutschen Drei-Buchstabler. So führten „Ben“ und „Mia“ seit 2011 die bundesdeutschen Hitlisten an. Im vergangenen Jahr musste sich „Mia“ nur „Emma“ geschlagen geben.

Doch wie sah es 2014 im Altkreis Leonberg aus? 622 Babys erblickten im Leonberger Krankenhaus im vergangenen Jahr das Licht der Welt, 2013 waren es noch 559 gewesen. Wir haben bei den Standes- und Bürgerämtern der Kommunen im Altkreis nachgefragt, mit welchen Namen die Eltern ihren Nachwuchs ins Leben schicken. Und das sind jede Menge. Allein in der Großen Kreisstadt Leonberg, die 619 neue Einwohner im Jahr 2014 zählte, bekam jedes zweite Neugeborene mindestens zwei Vornamen verpasst. Nur 14 erhielten gar drei und ein Kind noch mehr.

Klassisch und einfach, so lässt sich die Top Ten der Mädchen-Namen beschreiben. Marie/Maria und Sophie (Sofie)/Sophia (Sofia) liegen fast gleich auf mit knapp über 30 Vertreterinnen. Einzeln gezählt besetzen sie die ersten vier Plätze. Auch dahinter ist es kurz und knackig. Einzige Ausnahme: die vornehme Charlotte.

Auch den Jungen sind nur wenige Buchstaben vergönnt. Nach Ben folgen Lukas/Lucas, Noah, David und Leon. Der längste Name ist Philipp mit immerhin sieben Lettern, und elf Vertretern, die ihn künftig tragen.

Elsa und der Großvater

Während englische Namen wie Luke kaum noch vergeben werden, hat es zumindest in Leonberg ein nordischer Name in die Hitliste geschafft. Genauer gesagt ein finnischer und zwar Samu. Wer da jetzt an einen großen, blonden, gut gebauten Musiker und Juror bei „The Voice of Germany“ denkt, liegt goldrichtig. Der Hang zum Promi-Namen für das eigene Kind ist aber nur noch wenig ausgeprägt bei den jungen Eltern. Eine Heidi (Klum), Katie (Perry) oder Lady (Gaga) sucht man vergeblich in der Liste. Nach dem Erfolg des Trickfilms „Die Eiskönigin“ feiert jedoch der alte deutsche Name Elsa ein überraschendes Comeback.

Dafür geht der Trend beim Zweit- und/oder Drittnamen zum Großvater beziehungsweise der Urgroßmutter. Egal ob Wilhelm, Jürgen, Gustav und Volker bei den Jungen oder Helga, Irmgard oder Margarete – an zweiter oder dritter Stelle auf der Geburtsurkunde wird die Familientradition gepflegt. Denn vor einigen Jahrzehnten war es durchaus noch Gang und Gäbe, dem Nachwuchs den Namen von Oma oder Opa zu verpassen.

Welcher Name in diesem Jahr wohl die Hitliste anführen wird? Wenn die Beliebtheit von Ben etwas mit der Amtszeit von Papst Benedikt XVI. zu tun hatte, was zeitlich nahe liegt, dann tippen wir für die kommenden Jahre auf jeden Fall auf Franziskus, wohl ebenfalls in der Kurzform. Also Franz? Oder Sisco? Bei den Mädels sind wir ein wenig ratlos. Aber wenn der Name mit einem M, S oder L anfängt (ob das was mit der jeweiligen Kleidergröße zu tun hat, sei dahingestellt) und auf -a oder -ie endet, dann liegen die jungen Eltern damit niemals falsch. Auch wenn sich dann bei der Aussprache – ja, diese Namen auf -a und -ie lassen sich ja so herrlich lang gezogen rufen – vielleicht gleich vier oder fünf Mädchen auf einmal umdrehen.

Die zehn populärsten Namen im Altkreis Leonberg

Die Hitliste für die Mädchen
1. Marie – 30 Mal2. Sophie/Sofie – 18 Mal3. Sophia/Sofia – 16 Mal4. Maria – 16 Mal5. Lea – 13 Mal6. Mia – 13 Mal7. Anna – 12 Mal8. Emma – 11 Mal9. Charlotte – 9 Mal10. Luisa – 8 Mal

Die Hitliste für die Jungens 1. Ben – 22 Mal2. Lukas/Lucas – 18 Mal3. Noah – 17 Mal 4. David – 15 Mal5. Leon – 14 Mal6. Elias – 12 Mal7. Luis/Louis – 12 Mal8. Philipp – 11 Mal9. Moritz – 10 Mal 10. Jonas – 9 Mal

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