So sah es an den Feiertagen an manchen Glascontainern in Stuttgart aus. Foto: Jan Sellner

Rund um Altglascontainer in Stuttgart sammeln sich nach den Feiertagen Glasflaschen an, weil die Container voll sind und nicht geleert wurden. Für das Ärgernis gibt es eine einfache Erklärung.

Stuttgart - Zwei Feiertage in Folge haben in der Stadt an den Standplätzen der Altglascontainer ihre Spuren hinterlassen. Deren Fassungsvermögen ist erschöpft, Flaschen und weitere Gläser stapeln sich auf und inzwischen auch rund um die Behältnisse. Das für die Abfuhr zuständige Unternehmen Remondis, das zuvor unter Renus firmierte, räumt erhebliche Schwierigkeiten beim Leeren der Container ein. Zwei Fahrer hätten sich krank gemeldet. Die Rückkehr zur Normalität sei kommende Woche in Sicht.

Rund 12 500 Tonnen Altglas fallen pro Jahr an den 309 Containerstandorten im Stadtgebiet an. Für die Abfuhr sind nicht wie beim Rest-, Bio- und Papiermüll der städtische Abfallwirtschaftsbetrieb (AWS), sondern Privatfirmen zuständig. Remondis, nach eigenen Angaben eines der weltweit größten privaten Dienstleistungsunternehmen für Recycling, Service und Wasser, hat auch die neue, ab 2018 wieder für drei Jahre laufende Ausschreibung des Dualen Systems für Stuttgart gewonnen.

Alle drei Jahre wird die Abfuhr neu vergeben

Ein aktueller Wechsel des Abfuhrunternehmens ist nicht die Ursache für die Abfallmisere. „Wir haben seit der vergangenen Woche zwei kranke Fahrer, die nicht einfach zu ersetzen sind“, erklärt Niederlassungsleiter Heribert Streubel den wesentlichen Grund für die nicht bewältigbare Flut ausgedienter Glasbehältnisse. Diese Flut steige nach Feiertagen üblicherweise an, weshalb das Unternehmen auch „vorfahre“, also Container außerhalb des üblichen Tourenplans vor den Feiertagen leere, um Platz zu schaffen. Geleert wird ansonsten je nach Standplatz in einem Turnus, der von zweimal die Woche bis alle 14 Tage reicht.

In einer Abstimmungsvereinbarung mit der Stadt ist dem Unternehmen vorgeschrieben, dass die Container „so geleert werden, dass sie ständig aufnahmebereit und Überfüllungen ausgeschlossen sind. Vor und nach Feiertagen muss die Sammeltätigkeit derart intensiviert werden, dass keine Überfüllungen auftreten können“, so die AWS-Geschäftsführung. Beschwerden liefen dort seit etwa einer Woche auf.

Für die Glasentsorgung im Stadtgebiet hat Remondis zwei Fahrzeuge für zwei feste Touren und dafür zwei Fahrer im Einsatz, außerdem pro Fahrzeug einen eingewiesenen Ersatzfahrer, der ansonsten mit anderen Lastwagen unterwegs ist. In der vergangenen Woche habe es zwei Krankmeldungen gegeben, und zwar die eines Fahrers und die eines Ersatzfahrers für die gleiche Tour. Dieser doppelte Ausfall war laut Streubel kaum mehr aufzufangen. „Sie erhalten bei Leiharbeitsunternehmen nicht so einfach solche Fahrer“, so Streubel. „Wir haben jetzt einen Rentner reaktiviert“, schildert er die Notlage, zudem würden Standorte der vernachlässigten Tour auch von Personal der anderen bedient. Doch die Flaschenflut sei noch nicht gebannt, es gebe Beschwerden via Mail und Telefon, räumt Streubel ein. Dass Altglas sich um die Container sammelt, kann man den Bürgern kaum vorwerfen, wer will die leeren Flaschen wieder nach Hause tragen? Für die Fahrer bedeutet dies zusätzliche Arbeit und Zeitverlust, „sie müssen auch dieses Glas mitnehmen“, sagt Streubel. Auch das ist in der Vereinbarung mit der Stadt geregelt. Darüber hinaus reinigt der AWS die Containerstandplätze.

Stammpersonal kehrt zurück

In der kommenden Woche soll sich mit der Rückkehr des Stammpersonals die Lage bessern. Streubel: „Wir hoffen, dann wieder in den Normalzustand zu kommen.“

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