Die Stadt macht sich noch Gedanken über die Zukunft der Kelter, ein Bauantrag wurde aber schon eingereicht und behandelt. Foto: Werner Kuhnle

Räte stimmen neuer Nutzung von Gebäude in Kleinbottwar zu. Langfristig gibt es aber weiter andere Pläne.

Steinheim-Kleinbottwar - Nachdem die alte Kelter in Kleinbottwar lange Zeit mehr oder weniger im Dornröschenschlaf vor sich hindämmerte, kann dem Gebäude nun neues Leben eingehaucht werden. Dafür machte der Ausschuss für Technik und Umwelt am Dienstag den Weg frei. Das Gremium stimmte einem Bauantrag zu. Demnach darf das Haus, das die Stadt Steinheim im vergangenen Jahr von den Bottwartaler Winzern gekauft und entgegen anders lautender Gerüchte bislang auch nicht weiterveräußert hat, künftig als Tanz- und Sportstudio genutzt werden. Zugleich hält die Kommune an ihren Plänen fest, perspektivisch ein Betreuungsangebot in den Räumlichkeiten zu schaffen. „Geplant ist, dass ab circa 2025 ein zwei-gruppiger Kindergarten im Erdgeschoss untergebracht wird“, stellte der Bauamtsleiter Frank Fussenegger fest.

Das sei nach wie vor das Ziel, bestätigt der Bürgermeister Thomas Winterhalter auf Nachfrage. Gleichwohl werde derzeit mit Interessenten nicht nur über eine Vermietung des Gebäudes, sondern auch über einen Kauf verhandelt. „Es gibt mehrere Optionen. Das Thema ist komplex. Mehr kann ich dazu momentan nicht sagen, weil wir uns noch in Gesprächen befinden und noch nichts in trockenen Tüchern ist“, erklärt er. Insofern könne er sich auch nicht dazu äußern, welches Tanzstudio die Räumlichkeiten bespielen will und wer den Bauantrag eingereicht hat. Ähnlich bedeckt hält sich Winterhalter im Hinblick auf den Verein, der im Verbund mit den Tänzern ein Auge auf die Kelter geworfen hat. Es handele sich aber um einen örtlichen Klub.

Dieser will den kleineren Raum im Westen des Erdgeschosses mit unterschiedlichen Gruppen nutzen, erläuterte Frank Fussenegger. Angedacht seien beispielsweise gymnastische Übungen. Das Tanzstudio möchte den größeren Saal auf derselben Ebene verwenden. Dort sollen Kinder und Jugendliche in Gruppen von maximal 20 Personen trainieren. Der Betrieb könne sich in einem Zeitfenster zwischen 8 und 22 Uhr abspielen, berichtete Fussenegger, der zudem darauf hinwies, dass das Dachgeschoss nicht angetastet werde.

Die Lösung mit dem Tanz- und Sportstudio stieß auf Wohlwollen im Gremium. Man habe sich ja schon viele Gedanken darüber gemacht, was mit dem Gebäude geschehen könnte, sagte Jürgen Weis von der CDU. Und Fakt sei, dass die Zeiten des Kelterns vorbei seien. Mit den nun vorliegenden Plänen werde das Gebäude wieder mit Leben gefüllt. „Deshalb ist es für mich für Kleinbottwar positiv“, konstatierte er. Zumal ein örtlicher Verein mit im Boot sei und es sich um ein Provisorium handle, womit für die Zukunft nichts verbaut werde. „Ich denke, das wird eine gute Sache“, pflichtete sein Fraktionskollege und Kleinbottwarer Ortsvorsteher Horst Trautwein bei.

Michael Uhl von der SPD hätte es dennoch lieber gesehen, wenn die Angelegenheit später auf den Tisch gekommen wäre. „Die Zukunft der Kelter ist schließlich noch offen“, sagt er auf telefonische Nachfrage. Folglich erkundigte er sich in der Sitzung, ob man die Entscheidung nicht aufschieben könne. Der Antrag sei fristgerecht eingereicht worden, erwiderte Thomas Winterhalter. Und solche Gesuche könnten auch von jemandem eingereicht werden, der nicht im Besitz der betreffenden Immobilie sei. Insofern müsse man nun einen Beschluss fassen – was das Gremium dann auch tat und einmütig grünes Licht gab.