Die Einkommen wohlhabender Senioren mit mehreren Altersbezügen sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Doch am unteren Ende der Skala hat sich die Lage verschlechtert.
Stuttgart - Die Einkommen der Rentner, die neben einer gesetzlichen Rente noch weitere Altersbezüge erhalten, sind in den vergangenen Jahren im Land stark gestiegen. Im Jahr 2010 erhoben die Finanzämter auf Bezüge dieser Ruheständler eine durchschnittliche Steuer von 4491 Euro. Acht Jahre später stieg dieser Durchschnittsbetrag um mehr als die Hälfte auf 6773 Euro. Dies ergibt sich aus einer Auswertung der Steuererklärungen von Rentnern, die das Finanzministerium Baden-Württemberg exklusiv für unsere Zeitung vorgenommen hat.
Milliarden-Mehreinnahmen für den Staat
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Auch die Zahl dieser Rentner, deren Altersversorgung sich aus mehreren Quellen speist, ist über die Jahre deutlich gestiegen. Gab es im Jahr 2010 im Land 718 000 Steuerfälle, bei denen zu einer Rente der gesetzlichen Rentenversicherung, der landwirtschaftlichen Alterskasse oder von berufsständischen Versorgungseinrichtungen noch externe Altersbezüge, etwa aus Pensionskassen hinzukommen, erhöhte sich die Zahl bis 2018 auf 871 000. Belastbare Zahlen für 2019 liegen noch nicht vor, da die Abgabefristen für Steuererklärungen wegen der Coronakrise stark verlängert wurden.
Auch für den Staat ist diese Gruppe von Ruheständlerin lukrativ. Die Steuern, die auf ihre Einkünfte erhoben wurden, stiegen in den acht Jahren von 3,2 auf 5,9 Milliarden Euro. In den Einnahmen sind auch die Steuern auf weitere Einkünfte enthalten, etwa aus Mieteinnahmen.
Mehr Rentner mit nur einer Versorgung
Ebenfalls stark gestiegen ist allerdings auch die Zahl der Senioren, deren Rente allein aus der gesetzlichen, landwirtschaftlichen oder berufsständischen Rentenversicherung stammt. Sie verdoppelte sich von 19 000 auf 38 000 Steuerfälle; hinzu kommen diejenigen, die von vornherein keine Steuern bezahlen müssen.
Die durchschnittliche Steuerlast sank um 16 Prozent auf 474 Euro, während bei den Rentnern mit mehreren Bezügen um die Hälfe auf 6800 Euro stieg. Dies deutet darauf hin, dass sich die Lage der Rentner am oberen Ende der Skala verbessert und am unteren Ende verschlechtert hat.