Altersarmut sei kein weit verbreitetes Problem, sagt die Bundesregierung Foto: dpa

Die Altersarmut in Deutschland nimmt rasant zu. Vor allem immer mehr Rentner werden wirtschaftlich und sozial abgehängt.

Berlin - Die Altersarmut in Deutschland nimmt rasant zu. Vor allem immer mehr Rentner werden wirtschaftlich und sozial abgehängt. Das geht aus einem neuen Bericht des Paritätischen Gesamtverbands hervor. „Wir haben es bei der Gruppe der Rentner mit einem armutspolitischen Erdrutsch zu tun“, sagte Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider in Berlin. Seit 2006 sei die Armut bei den Menschen im Alter ab 65 Jahren um 37,5 Prozent gestiegen, bei Rentnern und Pensionären gar um 47,5 Prozent.

Die Bundesregierung sieht die Lage dennoch entspannt. Altersarmut sei „nach wie vor kein weit verbreitetes Problem“, heißt es in einem Entwurf für den Nationalen Sozialbericht 2015, der unserer Zeitung vorliegt und an die EU übermittelt wird. Die Bundesregierung bezeichnet nur diejenigen Ältere als arm, die unter dem Grundsicherungsniveau von 740 Euro liegen. Der Paritätische geht nach dem Mikrozensus von einer Armutsschwelle von 892 Euro aus.

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