Heike Kurz be Foto: Ulrike Amler

Die Tierheilpraktikerin Heike Kurz aus Höfingen behandelt in ihrer Praxis vor allem Pferde. Dank ihrer vielseitigen Ansätze kann sie oft auch schwierigen und scheinbar hoffnungslosen Fällen wieder auf die Beine helfen.

Leonberg - Arthrose, Lungenprobleme, Verdauungsstörungen, Allergien oder ein aus den Fugen geratener Stoffwechsel sind Gesundheitsstörungen, von denen viele Pferde betroffen sind. „Wohlstandskrankheiten? Manche schon“, gibt die Tierheilpraktikerin Heike Kurz unumwunden zu. „Früher kam das nicht so oft vor“, ist sich die pferdebegeisterte Therapeutin sicher. Die gestellten Anforderungen an die Tiere seien größer als früher, und die Pferde werden in jungen Jahren stärker rangenommen.

Auch die Reiter seien heute gestresster und die Ställe müssten, um wettbewerbsfähig zu bleiben, fast rund um die Uhr offen sein. Pferde haben aber entgegen landläufiger Meinung, selbst unter Pferdeleuten, mehrmals am Tag das Bedürfnis nach einem Nickerchen in ruhiger Atmosphäre. Tiere, die seelisch und körperlich aus dem Gleichgewicht geraten sind, gehören neben der ergänzenden Behandlung zur Schulmedizin zur täglichen Herausforderung der Heilpraktikerin.

Als Mensch mit besonderen Fähigkeiten sieht Heike Kurz sich nicht. Die in Höfingen auf dem eigenen Pferdebetrieb lebende Tierheilpraktikerin wirkt bodenständig und bescheiden, wenn sie von ihrem Beruf erzählt. Schon seit früher Jugend beschäftigt sich die gebürtige Eltingerin mit Pferden und hat im Leonberger Reitverein das Reiten gelernt. Sie ist zunächst dem Wunsch der Mutter gefolgt und hat auf eine Ausbildung zur Bereiterin verzichtet. „Erst lernt man was Gescheites“, war deren Rede, und so hat sie im elterlichen Betrieb das Friseurhandwerk gelernt. „Auch bei dieser Arbeit habe ich mir Gedanken über die Gesundheit gemacht und erstmals über Fragen zur Energetik nachgedacht“, erzählt die 50-Jährige.

Vor elf Jahren hat sie dann nach drei Jahren Ausbildung ihre Prüfung zum Tierheilpraktiker abgelegt und praktiziert seither mit vielen bekannten aber auch weniger geläufigen Methoden. „Während Homöopathie, Akupunktur, Bachblüten oder Bioresonanz auch viele Schulmedizinern anwenden, hört bei Radionik, energetischem Heilen oder Fernheilungen bei den meisten das Verständnis auf“, erklärt Heike Kurz. Damit könne man aber häufig zur Ursache von Krankheiten durchdringen.

Körperliche und psychische Dauerbelastung beispielsweise, ein zänkischer Boxennachbar oder Zoff in der Herde führten auch bei Tieren zu einer Vielzahl von Krankheiten. Den Tierärzten, deren Arbeit Heike Kurz auch bei den eigenen Pferden schätzt, bleibt oftmals nicht mehr als das Behandeln von Symptomen. „Stress und Angst sind oft Auslöser von Stoffwechselstörungen“, so Kurz. Auch falsche Fütterung mit Sachen, die ein Pferd früher nie in der Krippe gesehen hätte, macht Heike Kurz verantwortlich für die gesundheitlichen Probleme der Vierbeiner. Die Masse an Melasse in Pferdemüslis sei zwar schmackhaft vergleichbar mit Nutellabrot zu allen Hauptmahlzeiten. Viele Zusatzstoffe im Futtersack belasteten Nieren und Leber. Die große Herausforderung der Heilpraktikerin ist es dann, Pferde beispielsweise mit der Schreckensdiagnose Hufrehe wieder zum schmerzfreien Laufen zu bringen. Hier hat Heike Kurz mit „Prana“ viele gute Erfahrungen gemacht. Diese uralte Technik sei die Basis vieler seit tausenden von Jahren im fernen Osten angewandten Heilmethoden. „Schon die Chinesen haben vor Urzeiten energetisch gearbeitet und wussten, dass ein ausgeglichener Energiekörper die Voraussetzung für Gesundheit ist“, so Kurz.

Mit Prana regt Heike Kurz die Fähigkeit des Organismus zur Selbstheilung an und freut sich selbst über jedes Pferd, das wieder beschwerdefrei leben kann: So wie die Stute, die sie mit schwerer Hufrehe, einer sehr schmerzhaften Erkrankung des Hufes, zur Behandlung zuletzt aus München bekommen hat oder eine eigene Stute mit Beckenbruch – eigentlich einem Todesurteil für Pferde – die wieder im Sport läuft.

Als Ausbilderin für diese Behandlungsmethode schult sie auch die Patientenbesitzer, damit diese den Heilungsprozess selbst weiter begleiten könnten. Schließlich sei ihr Ziel die Heilung und nicht ihre dauerhafte Beschäftigung beim Patienten. Geduld sei das, was vielen Patientenbesitzern fehle bei der Behandlung, bemerkt die Höfingerin und hat ein wenig Verständnis, weil viele ja eine lange Leidensgeschichte hinter sich hätten, die nicht nur viel Zeit, sondern auch Geld verschlungen habe.

So wie bei einem Ponywallach in ihrer Nachbarschaft, der schon seit Jahren immer wieder „komisch austickte“ aber erst spät eine Diagnose bekam. Zuletzt verlief der Krankheitsverlauf der durch einen gutartigen Gehirntumor verursachten Stoffwechselkrankheit bei dem Pferd so dramatisch, dass der behandelnde Tierarzt – in diesem Moment zurecht – vor der Heilpraktikerin zum Einschläfern riet und eine weitere Behandlung ablehnte.

Heike Kurz bat um vier Wochen Zeit. Nach zwei Wochen Behandlung – ein täglich wechselndem Auf und Ab – begann sich der Zustand des Ponys rasant zu bessern. Ein Vierteljahr später erinnerte nur noch ungewöhnliche Felllänge an die Krankheitsgeschichte. Mit dem Tierarzt wurde das Tier auf die tägliche Medikamentengabe eingestellt und ist drei Jahre später immer noch Chef seiner kleinen Herde.

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