Die Entscheidung über einen Jugendfreizeitplatz fällt der Gemeinderat. Foto: Pascal Thiel

Bei einer Bürgerinformation zum Jugendfreizeitplatz melden sich Gegner wie Befürworter engagiert zur Wort. Doch auch an Pauschalurteilen mangelt es nicht. Mitten drin: Der Oberbürgermeister.

Ditizingen - Zu viel Alkohol, möglicherweise auch illegale Drogen, außerdem Müll und Lärm: Die Anwohner des geplanten Jugendfreizeitplatzes in der Ditzinger Kernstadt haben bei der Bürgerinformation etliche Argumente gegen eine solche Einrichtung in ihrer Nähe vorgebracht. Die Jugendlichen hielten nicht weniger populistisch dagegen: Die Erwachsenen gönnten ihnen einen öffentlichen Treffpunkt nicht; stellten sie zudem mit den schwarzen Schafen in ihren Reihen gleich. Sie hätten zudem keinen Platz, an dem sie sich auch nach 22 Uhr noch treffen könnten.

So pauschal manche Argumente vorgebracht wurden, hätten sie in jeder anderen Stadt von Gegnern und Befürwortern einer solchen Anlage formuliert werden können. Gleichwohl war die Veranstaltung im Wesentlichen geprägt von einem sachlichen Ton. Rund 120 Bürger waren in die Aula der Konrad-Kocher-Schule gekommen. Der Veranstaltungsort war bewusst gewählt. Der Freizeitplatz soll unmittelbar an der Konrad-Kocher-Schule angelegt werden. Entschieden ist das freilich noch nicht. Der Gemeinderat hat vor seiner Entscheidung darüber die Bürgerinformation zur Pflicht gemacht. Er wollte damit auch die Einwände hören, die gegen einen Platz an dieser Stelle vorgebracht werden.

Wunsch des Jugendgemeinderats

Der Jugendfreizeitplatz ist der Wunsch des Jugendgemeinderats. Er hat sich dafür stark gemacht und im Lauf der Diskussion den Gemeinderat grundsätzlich von der Idee überzeugt. Gleichwohl hat der Oberbürgermeister Michael Makurath den Jugendräten immer wieder bedeutet, dass die Umsetzung einem „Bohren dicker Bretter“ gleichkäme. Um die Voraussetzungen für das Anlegen eines solchen Platzes zu klären, hatte die Stadt ein Lärmgutachter beauftragt. Das Ergebnis: Der Platz kann ohne Lärmschutzwand nicht genutzt werden.

Gleichwohl wurde an dem Abend auch deutlich, dass das Lärmgutachten wohl zum Streitpunkt werden wird. Ein Kritiker ging den Gutachter harsch an. Er warf ihm vor, das Gutachten sei „an vier Stellen stümperhaft“.

Ohne Kontrolle geht es nicht

Makurath führte durch die Veranstaltung, zeigte Verständnis sowohl für die Anliegen der Jugendlichen wie der Erwachsenen, brachte die Idee ein, dass sich Anwohner und Jugendliche regelmäßig treffen könnten. Er präzisierte in der zweistündigen Veranstaltung auch, dass trotz Lärmschutz keine Musik nach 22 Uhr laufen dürfe. Und wie alle öffentlichen Freizeitflächen würde auch dieser Platz nicht ohne städtische Kontrolle bleiben. Er gab zudem die Überlegung des Gemeinderats weiter, der sich im Zweifelsfall vorbehält, den Platz aufzugeben, wenn die friedliche Nutzung nicht funktioniere. Etliche der erwachsenen Besucher machten sich für das Anliegen der Jugendlichen stark. Sie warben dafür, den Jugendlichen mehr Vertrauen entgegenzubringen. „Wir haben sie erzogen, dann funktioniert es auch“, merkten einige unter Beifall etlicher an.

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