Volleyball-Bundesligist Allianz MTV Stuttgart verlängert mit Anna Koulberg und Eleanor Holthaus – ein Großteil des Kaders bleibt zusammen. Schmerzhafte Abgänge gibt es trotzdem.
In Volleyball-Vereinen ist es nicht unüblich, dass es immer wieder zu größeren Umwälzungen kommt. Auch der Kader von Frauen-Bundesligist Allianz MTV Stuttgart veränderte sich – trotz der Konstanten Krystal Rivers, Roosa Koskelo und Maria Segura Palleres – Jahr für Jahr erheblich. Extrem war der Umbruch nach dem Rücktritt des Legenden-Trios: Vor dieser Saison wurden neun externe Verstärkungen verpflichtet, dazu kamen Leilani Slacanin, Marie Steinhilber und Tea Jerkovic aus dem eigenen Nachwuchs. Dieses völlig neu zusammengewürfelte Team wird nun nicht nur die Bundesliga-Hauptrunde auf Rang eins beenden, sondern auch größtenteils beisammen bleiben. Mittlerweile hat der Club schon sechs Vertragsverlängerungen bekanntgegeben. Es herrsche diesmal „Planungssicherheit“, erklärt Moritz Zeithammel, der Technische Direktor: „Wir halten die Qualität, stärken die Identifikation und verfolgen unsere ambitionierten Ziele weiterhin konsequent.“ Allerdings werden auch Abgänge zu verkraften sein.
Klar war bereits, dass Pia Kästner, Yurika Bamba, Lydia Grote sowie Jasmine Gross bei Allianz MTV Stuttgart für die nächste Saison unterschrieben haben, dass es mit Fabiana Mottis eine Vereinbarung bis 2027 gibt und dass die Eigengewächse auf jeden Fall weiterentwickelt werden sollen. Nun veröffentlichte der Bundesligist auch die Vertragsverlängerungen von Eleanor Holthaus und Anna Koulberg.
Konstantin Bitter lobt Eleanor Holthaus und Anna Koulberg
Eleanor Holthaus (25), Außenangreiferin aus den USA, ist Vize-Kapitänin und eine feste Größe in den Planungen von Konstantin Bitter. „Sie ist eine enorme Stütze“, sagt der Cheftrainer, „mit ihrer ruhigen, abgeklärten Art übernimmt sie Verantwortung, wenn es darauf ankommt. Ihr Wort hat Gewicht. Sie führt nicht laut – sondern überzeugend.“ Was sich in einem Satz von Holthaus zeigt. „Es gibt“, sagt sie zu ihrer Vertragsverlängerung, „hier noch viel zu tun.“
Ähnlich äußert sich Anna Koulberg (21). „Ich habe das Gefühl“, erklärt die belgische Nationalspielerin, „dass wir gemeinsam noch viel erreichen können.“ Die Mittelblockerin, davon ist Konstantin Bitter überzeugt, wird ihren Teil dazu beitragen: „Mit ihrer offenen, energiegeladenen Art steckt sie alle an. Sie steht für Dynamik, aber auch für Entwicklung und Zukunft.“ In die jedoch nicht alle mitgehen werden.
Lucia Varela Gomez (22) hat sich zur wohl besten Mittelblockerin der Bundesliga entwickelt, weshalb allen in Stuttgart klar war, dass die 1,98 Meter große Spanierin wohl kaum zu halten sein dürfte. Nach Informationen unserer Zeitung steht fest, dass sie den Bundesliga-Spitzenreiter verlassen wird. Weil Lucia Varela Gomez nicht gleichwertig zu ersetzen sein dürfte, muss Allianz MTV Stuttgart – unter Berücksichtigung der Frage, ob und wie es mit Kapitänin Antonia Stautz oder Diagonalangreiferin Pauline Martin weitergeht – auf anderen Positionen an Qualität zulegen, um in Summe ähnlich stark zu sein wie in dieser Saison. Ob das gelingt? Ist trotz der ungewohnten Kontinuität im Kader offen.