„Lutsch meine Melonen“, „Kommt gut im Mund“ und „Einfach mal rum lutschen“ – mit diesen zweideutigen Sprüchen bewirbt das Start-up Suckit sein alkoholhaltiges Wassereis. Foto: Pia Zimmermann/Suckit

Mit provokanten Sprüchen will das Startup Suckit auf sein Wassereis aufmerksam machen. Die Aufmachung des Produkts spricht laut Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e. V. vor allem junge Menschen an. Das Problem: Das Eis enthält Alkohol.

Stuttgart - „Lutsch meine Melonen“, „Kommt gut im Mund“ und „Einfach mal rum lutschen“ – eindeutig zweideutig sind die Sprüche, mit denen das Start-up Suckit zurzeit sein alkoholhaltiges Wassereis bewirbt. Insgesamt 30 Plakate hängen in Berlin, Köln, München, Hannover und im Ruhrpott. Warum es so provokant sein muss? Ganz einfach: Bei Suckit ist der Name Programm. „Unser Markenname Suckit – auf deutsch: Lutsch es – ist ja schon zweideutig“, so Geschäftsführerin Pia Zimmermann. Da wäre es doch ziemlich seltsam, wenn das Start-up mit Teddys und Plüschtieren werben würde.

Smoothie-Hersteller True Fruits hatte 2016 mit ähnlich zweideutigen Werbeslogans für Aufsehen gesorgt. Dass Suckit die gleiche Strategie verfolgt, dürfte kein Zufall sein, wenn man sich die Gründer genauer anschaut: Inga Koster und Marco Knauf, Inhaber von True Fruits, gehören neben Elvir Omerbegovic und Philipp Maximilian Scharpenack zum Gründungsteam von Suckit.

Die Abgabe an Personen unter 18 Jahren ist verboten

Obwohl die Werbeplakate dem ein oder anderen Passanten sicherlich ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern, hat das Produkt seine Kehrseite. „Nach unserer Auffassung ist das Eis ganz klar ein Alkopop und fällt unter das Alkopopsteuergesetz“, so Christiane Manthey von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e. V.. Dort heißt es: „Alkopops im Sinne dieses Gesetzes sind Getränke, auch in gefrorenem Zustand“. Darauf macht auch das Start-up in seinen FAQs aufmerksam.

Die Konsequenz: Die Abgabe an Personen unter 18 Jahren ist verboten, da sind sich die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg e. V. und Suckit einig. Noch dazu kommt, dass das Wassereis verhältnismäßig teuer ist. 40 Milliliter kosten 99 Cent. „Im Vergleich gibt es einen halben Liter Bier für zwei Euro und das hat ungefähr den gleichen Alkoholgehalt“, so Manthey. Und trotzdem: Die Aufmachung des Eises würde gezielt junge Menschen ansprechen. Supermärkte, die das Eis verkaufen, müssten deshalb sicherstellen, dass das Eis nicht an Personen unter 18 Jahren angegeben wird. Konkret heißt das: Ausweiskontrolle beim Eiskauf.

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