Klaus Hinderer steht zurzeit auf der Kommandobrücke im Alfdorfer Schloss. Foto: Eppler

Krank und dann im Urlaub – Michael Segan hat den Alfdorfer Amtssessel endgültig geräumt. „Wir wollen, dass die Bürger davon nichts merken“, sagt der Bürgermeister-Stellvertreter Klaus Hinderer.

Rathaus - Dann sind Sie ja quasi für die nächste Zeit der Interims-Schlossherr? – die nicht ganz ernst gemeinte Eingangsfrage quittiert Klaus Hinderer mit einem herzhaften Lachen. Klar, als Erster Stellvertreter des am 2. April mit überraschend deutlicher Mehrheit abgewählten seitherigen Rathauschefs im Alten Schloss zu Alfdorf, Michael Segan, sei er natürlich derjenige, der in der schulteslosen Zeit in erster Linie gefordert sei. Zumal einige wichtige Projekte während des kommunalen Interregnums fortgeführt sein wollten. Aber, so betont er, es gebe da sehr gute Absprachen und Arbeitsteilungen zwischen den Amtsleitern und den anderen drei ehrenamtlichen Stellvertretern, die im Alfdorfer Gemeinderat wie er alle der Fraktion der Freien Wähler angehören. „Unser Ziel“, sagt Hinderer, „ist in erster Linie: Die Bürger sollen möglichst nichts davon merken.“

Am 28. April wird Ronal Krötz ins Amt eingesetzt

Bis zum 28. April, wenn der Anfang Februar mit 68 Prozent der Wählerstimmen zum Nachfolger des nach 16 Jahren abgewählten Amtsinhabers gekürte Ronald Krötz (44, parteilos) offiziell ins neue Amt eingesetzt wird, ist das Alfdorfer Bürgermeisteramt vakant. Bis dahin wird Hinderer, unterstützt von den weiteren Stellvertretern und der Verwaltung die Geschäfte im Alfdorfer Rathaus am Laufen halten.

Dass sich der amtierende Rathauschef nach der krachenden Niederlage zunächst krank gemeldet hat, wundert dabei den Stellvertreter nicht. „Das hat ihm körperlich und nervlich schwer zugesetzt, da ist er krank geworden.“ Die Deutlichkeit des Ergebnisses und die lediglich 30 Prozent für Segan hätten auch ihn sehr überrascht: „An solch eine Größenordnung haben nicht einmal die kritischsten Leute gedacht.“ Etwas überraschend sei eher gewesen, dass der seitherige Schultes so viel Urlaub aufgestaut habe, dass dieser tatsächlich bis Ende April überhaupt nicht mehr ins Rathaus zurückkehre. Daraus gelte es nun im Team der Stellvertreter und Amtsleitern, das Beste zu machen.

In der zweiten Woche laufe das kommunale Interregnum bisher nach Plan. Wichtig sei, dass die zentralen Projekte ohne Einschränkungen weitergehen, sagt Hinderer. Das ist zum einen die Fertigstellung des Kultur- und Sportzentrums. Dort steht Ende März die Übergabe an und, das betont der Organisator des Übergangs, „es ist wichtig, dass dort dann der Trainings- und vor allem der Schulbetrieb wieder in geraden Bahnen laufen“.

Klaus Hinderer: „Die Bürger sind solidarisch“

Wichtig für Ort und Bürger sei auch der in seine Hauptphasen gehende Bau der Abwasserkanäle zur Kläranlage Pfahlbronn als Teil des Großprojekts der Hauptstraßensanierung. Dazu kommt als ganz aktuelles und drängendes Problem die Telekommunikation im Sandland, wo im Benehmen mit Kaisersbach eine vernünftige Lösung gefunden werden müsse. Einige Betriebe klagten dort über große Probleme – „selbst das Absetzen eines Notrufs ist nicht unproblematisch“. Nicht zuletzt sei wichtig, den Bürgern einen verlässlich erreichbaren Ansprechpartner im Rathaus zu bieten. Auch das klappe bisher hervorragend. Natürlich gebe es Fragen, kritische Anmerkungen und Anregungen, vor allem angesichts der Straßensperrung in der Ortsmitte, berichtet Hinderer. Auch da überwögen die positiven Gespräche: „Die Bürger sind solidarisch.“

Der Ende April einziehende neue Schlossherr im Alfdorfer Rathaus ist für Klaus Hinderer im Übrigen ein alter Bekannter. Im Team der Öffentlichkeitsarbeit der damaligen Waiblinger Polizeidirektion war er einst drei Jahre lang der Vorgesetzte des neuen Alfdorfer Bürgermeisters und momentanen Urbacher Gemeinderats Ronald Krötz. Gibt es da spezielle Verbindungen zwischen Polizeidienst und kommunalen Ämtern? Der Abschluss als Diplomverwaltungswirt Polizei habe Parallelen mit der allgemeinen Verwaltungsausbildung, so Hinderer. Im Bereich Sicherheit oder Polizeirecht nähmen die Beamten ohnehin kommunale Aufgaben wahr. Und beim Verwaltungsstudium „ist der erste Abschluss bei beiden der Bachelor of Arts“.

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