Aldi schafft Einwegtüten ab, zukünftig verkauf der Discounter nur noch Mehrwegtaschen. Foto: dpa

Aldi schafft als erster Discounter Einwegtüten komplett ab, auch die Papiertaschen werden zukünftig nicht mehr verkauft. Wir klären, wie umweltverträglich die Papiertüte ist und was die beste Alternative darstellt.

Essen/Mülheim a.d.R. - Aldi Nord und Aldi Süd werden zukünftig auf alle Einwegtüten verzichten, also auch auf die Papieralternative. Damit wird der Discounter zum Branchenvorreiter. Nach und nach werden alle Einwegtüten aus dem Sortiment gestrichen. Die komplette Umstellung wird bis Ende 2018 abgeschlossen sein, als Begründung weißt der Discounter auf bestehende Lieferverträge hin.

Eine neue Mehrwegtasche, die aus über 80 Prozent Recycling-Material bestehen soll, wird ab diesem Oktober zunächst in der Region München sowie im Raum Berlin angeboten. Langfristig sollen alle Filialen diese in ihr Sortiment aufnehmen. Um bereits zum jetzigen Zeitpunkt die Verwendung von umweltfreundlichen Mehrweg-Varianten zu fördern, erhöht Aldi ab sofort den Preis für alle Einwegtüten auf 20 Cent. Die Einnahmen sollen für Umweltprojekte eingesetzt werden.

Welche Umweltbilanz haben Papiertüten und Baumwollbeutel?

Auch Papiertüten belasten die Umwelt, denn die Produktion ist sehr energieaufwendig. Damit eine Tasche aus Papier reißfest ist, muss mehr Material verwendet werden. Außerdem werden bei der Herstellung Chemikalien eingesetzt. „Diese [Papiervarianten] bieten nämlich aufgrund ihres höheren Energie- und Wasserverbrauchs in der Produktion sowie der geringeren Haltbarkeit nach jetzigem Stand der Technik keine nachhaltige Alternative“, sagt Philipp Skorning, Group Buying Director für Qualitätswesen und Corporate Responsibility bei Aldi Süd.

Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe ist eine Papiertüte gegenüber einer rohölbasierten Plastiktüte erst dann ökologisch wertvoller, wenn diese drei bis vier Mal wieder benutzt wird. Verbessert werden kann die Umweltbilanz durch den Einsatz von Altpapier und die Vermeidung von Druckfarben. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) weist darauf hin, dass eine Tasche aus Papier biologisch besser abbaubar ist und deshalb auch weniger Schaden anrichtet, wenn sie beispielsweise ins Meer gelangt.

Auch Baumwollbeutel müssen häufig genutzt werden, um die Belastung bei der Produktion durch den hohen Wasserverbrauch auszugleichen. Laut Nabu muss sie hundertmal so oft wie eine erdölbasierte Kunststofftüte genutzt werden, um die Klimabilanz auszugleichen. Der Naturschutzbund rät zu fair angebauten Bio-Baumwolle und empfiehlt Bio-Hanf oder Bio-Leinen als Material. Die Deutsche Umwelthilfe ordnet Mehrweg-Tragetaschen aus recycelten Kunststoff als umweltfreundlichste Variante ein. Generell gilt, je öfters eine Tasche genutzt wird, desto ökologischer ist sie.

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